IG Metall
Neue Streiks vor nächster Gesprächsrunde

Die IG Metall macht vor entscheidenden Gesprächen noch einmal Druck: Vor der nächsten Tarifrunde soll an drei Tagen in mehreren Betrieben die Arbeit niedergelegt werden. Die Unternehmen reagieren mit Unverständnis.
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DüsseldorfKurz vor den entscheidenden Gesprächen mit den Arbeitgebern im Tarifkonflikt der Metall- und Elektroindustrie hat die IG Metall in Nordrhein-Westfalen ein Ende ihrer Warnstreik-Pause verkündet. An drei Tagen bis zum 23. Februar solle in zahlreichen Betrieben wieder die Arbeit niedergelegt werden, kündigte IG-Metall-Bezirksleiter Knut Giesler am Mittwoch an. Dann kommen Arbeitgeber und Gewerkschaft in Baden-Württemberg zu einer neuen Gesprächsrunde zusammen, die einen Durchbruch bringen soll. Die Arbeitgeber reagierten deshalb mit Unverständnis auf die Ankündigung neuer Warnstreiks – denn diese habe „keinen Bezug zur realen Verhandlungssituation“, sagte ein Sprecher von Metall NRW.

Beide Seiten hatten in ihrer letzten Verhandlungsrunde Anfang des Monats Fortschritte in der besonders umstrittenen Frage einer tariflichen Regelung zur Förderung der Weiterbildung gemacht. Über das Thema sprechen nun auch Arbeitsgruppen und versuchen, abseits des Rampenlichts der großen Gesprächsrunden eine Lösung zu finden. Zudem fordert die IG Metall auch Verbesserungen bei der Altersteilzeit für die bundesweit 3,7 Millionen Beschäftigten der Branche und eine Tariferhöhung um 5,5 Prozent. Die Arbeitgeber hatten 2,2 Prozent mehr Lohn angeboten, die Gewerkschaft lehnte dies als zu niedrig ab.

„Die NRW-Gespräche zur Bildungsteilzeit stocken“, kritisierte Giesler nun: „Noch sind wir von einer guten Lösung sehr weit entfernt.“ Den Arbeitgebern blieben „nur noch wenige Tage Zeit für eine Lösung am Verhandlungstisch“. Gebe es keine Fortschritte, könne die Gewerkschaft zu einer Urabstimmung und einem unbefristeten Streik aufrufen.

Die IG Metall NRW hatte nach Fortschritten in der dritten Verhandlungsrunde mit den Arbeitgebern Anfang Februar die nun beendete Streikpause ausgerufen. Die voraussichtlich entscheidende Verhandlungsrunde ist für den 23. Februar in Baden-Württemberg anberaumt. Verhandlungskreisen zufolge soll dann ein Durchbruch versucht werden. In Baden-Württemberg waren in der Vergangenheit häufig Pilot-Abschlüsse für die Branche gelungen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Zwar gilt im Allgemeinen, dass der Einzelne aufgrund seines ihm von Geburt an von Natur aus sozial gegebenen Wesens stets unveräußerlich alle Soziologie besitzt (vgl. Wittemann, K. P.: Ford-Aktion. Zum Verhältnis von Industriesoziologie und IG Metall in den sechziger Jahren, Marburg, 1994, S. 20). Halten sich im Besonderen aber weite Teile der Mitgliedschaft einer Gewerkschaft nicht daran, scheitern jegliche Verhandlungen zur Frage des künftigen Tarifs für menschlich verausgabte Arbeitskraft selbstverschuldet. Waltet somit in den Reihen der IG Metall politisch nicht die dementsprechende Disziplin, ergibt es keinen Sinn, wenn der Arbeitgeberverband Südwestmetall ein wie auch immer verbessertes Angebot kommenden Montag vorlegt.

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