IG Metall rüstet für Warnstreiks
Metall-Arbeitgeber bieten 2,1 Prozent

Im Tarifkonflikt der Metall- und Elektroindustrie haben die Arbeitgeber der IG Metall im Schlüsselbezirk Baden-Württemberg erstmals ein Angebot vorgelegt. Danach sollen die bundesweit 3,6 Millionen Beschäftigten Lohnerhöhungen in einem Volumen von insgesamt 2,9 Prozent erhalten. Die IG Metall spricht jedoch von einer „Mogelpackung“ und rüstet sich bereits für Warnstreiks.

BERLIN. Von den 2,9 Prozent Lohnerhöhung sollen nach Vorstellung des Arbeitgeberverbands Südwestmetall allerdings 0,8 Prozent als Einmalzahlung für die Monate November und Dezember fließen. Die IG Metall, die in diesem Jahr mit einer Rekordforderung nach acht Prozent mehr Lohn angetreten ist, wies den Vorschlag zwar erwartungsgemäß als „Provokation“ und als „völlig unzureichend“ zurück. Allerdings drohte sie zumindest nicht offen mit einer Verschärfung ihrer möglichen Konfliktstrategie. Dass es nach dem Ablauf der Friedenspflicht an diesem Wochenende zu ersten Warnstreiks kommen würde, galt bereits vor den gestrigen Verhandlungen als weitgehend sicher. Die Antwort aus den Betrieben werde nun „entsprechend deutlich ausfallen“, sagte IG-Metall-Verhandlungsführer Jörg Hofmann.

Beide Seiten signalisierten allerdings nach der nun dritten Verhandlungsrunde im Südwesten ihr Bestreben, den Tarifkonflikt zügig zu lösen. Die Lohnrunde bewegt sich diesmal angesichts der Finanzmarktkrise und einer heraufziehenden Rezession in einem besonders heiklen Umfeld, das sich vor allem in der Automobilindustrie bereits konkret mit einer Reihe von Produktionsstopps zeigt.

Nach dem Tarifangebot von Südwestmetall würden die Beschäftigten zum 1. Januar 2009 eine dauerhaft wirksame Tariferhöhung von 2,1 Prozent bekommen. Zu Beginn der insgesamt 14-monatigen Vertragslaufzeit wollen die Arbeitgeber eine Einmalzahlung in Höhe von 0,8 Prozent eines Jahresentgelts ausschütten. Für Metaller mit durchschnittlichem Lohn würde dies laut Südwestmetall etwa 350 Euro ausmachen, bei einer Spanne von – je nach Tarifgruppe – etwa 200 bis 600 Euro. Aufs Jahr hochgerechnet, bekämen die Metaller damit in diesen beiden Monaten 5,3 Prozent mehr Lohn.

Das angebotene Lösungspaket sei „ein Signal der Fairness und Verantwortung in einer außergewöhnlichen Situation“, sagte Südwestmetall-Präsident Jan Stefan Roell und forderte die IG Metall auf, von ihren „bereits lange vorbereiteten Warnstreiks“ abzusehen. „Es ist nicht die Zeit für Arbeitskampfmaßnahmen, wir brauchen einen Schulterschluss in unseren Betrieben“, sagte er.

IG-Metall-Bezirksleiter Hofmann hielt jedoch entgegen, dass das Angebot „keinerlei Bezug“ zur „erstklassigen Gewinnentwicklung der Betriebe“ in den zurückliegenden Jahren habe: „Noch nicht ein mal die erwartete Inflation wäre damit ausgeglichen.“

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