IG Metall sieht Erfolg
Erster Fortschritt bei Kampf um Airbus-Arbeitsplätze

Beim Streit um das Sanierungsprogramm Power 8 und den damit verbundenen Stellenabbau ist der IG Metall nach eigenen Angaben ein erster Schritt gelungen, „um die Auswirkungen auf die Beschäftigten zu regeln. Nicht mehr, aber auch nicht weniger“, sagte der Betriebsratsvorsitzende von Airbus Deutschland, Rüdiger Lütjen, am Freitag.

HB HAMBURG. So sei für die Streichung von in so genannten nicht produktiven Bereichen Arbeitsplätzen, etwa in der Verwaltung, eine akzeptable Abfindungslösung erreicht worden. Die IG Metall forderte erneut eine Zukunftssicherung für die zum Verkauf stehenden Airbus-Werke in Nordenham, Varel (Niedersachsen) und Laupheim (Baden-Württemberg).

Das im Februar im Detail vorgestellte Sparprogramm Power 8 sieht den Abbau von rund 3700 Stellen bei Airbus in Deutschland vor. Bis zum Ende des Jahres solle nach Angaben der Gewerkschaft die Zahl konkret feststehen. Eine betriebliche Einigungsstelle unter Vorsitz des Präsidenten des Landesarbeitsgerichts Bremen, Martin Bertzbach, solle Details des Personalabbaus regeln, teilte die IG Metall am Freitag weiter mit.

„Die Umsetzung von Power 8 ist von entscheidender Bedeutung für die Zukunft von Airbus“, erklärte Airbus Deutschland am Freitag in Hamburg. „Diese Vereinbarung ist dabei ein wichtiges Element.“

„Mit Werksverkäufen und Personalabbau werden die Probleme bei Airbus nicht gelöst, deswegen geht die Auseinandersetzung weiter“, sagte Lütjen. Airbus beschäftigt nach eigenen Angaben in Deutschland derzeit rund 20 000 Mitarbeiter. Der spezielle Tarifvertrag „Sidu Flex“ schließt betriebsbedingte Kündigungen bis 2012 aus.

Die Bezirksleiterin der IG Metall Küste, Jutta Blankau, kritisierte erneut die Pläne von Airbus, die Fertigung auszulagern. Die Probleme von Boeing beim neuen Dreamliner zeigten, dass Outsourcing kein Allheilmittel sei, meinte sie. „Wenn die Airbus-Führung weiter an ihren Outsourcingplänen festhält, werden wir für die Zukunftsfähigkeit der Werke weiter streiten.“

Airbus war durch Fertigungsprobleme beim Riesen-Jet A380 in die Krise geraten, dazu kommt der niedrige Dollar-Kurs. Dieser belastet das Unternehmen zusätzlich. Der erste A380 wurde am Montag an Singapore Airlines übergeben, rund 18 Monate später als geplant.

Trotz der Krise ist die Nachfrage für Flugzeuge von Airbus weiterhin stark. So ist zum Beispiel in Hamburg die Endmontage für die Kurz- und Mittelstreckenjets A318, A319 und A321. In diesem Marktsegment können Hersteller wie Airbus und Boeing derzeit kaum die Bestellungen bewältigen. Auch für die A380 liegen inzwischen rund 200 Aufträge vor.

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