IG Metall-Spitze greift Konzern erstmals direkt an
Daimler-Bänder stehen am Samstag still

Im Streit um die Sparpläne des Daimler-Chrysler-Vorstands zeigen die Arbeitnehmer dem Management weiter die Zähne: Der Betriebsrat des Autokonzerns hat die Zustimmung für Überstunden im Mercedes-Hauptwerk in Sindelfingen verweigert. Die Folge sind erneut erhebliche Produktionsausfälle.

HB STUTTGART. Rund 12 000 Mitarbeiter würden am Samstag nicht zur Arbeit erscheinen, weil der Betriebsrat sich quer gestellt habe, sagte eine Sprecherin des Gesamtbetriebsrats am Freitag in Stuttgart.

Erstmals griff auch die IG Metall-Spitze den Konzern direkt an. „Daimler-Chrysler reiht sich leider in die unsägliche Reihe der Trittbrettfahrer ein, die glauben, dass die Zeit günstig sei, mit der Angst der Arbeitnehmer zu spielen und ihnen alles abzuverlangen“, sagte der stellvertretende Gewerkschaftschef, Berthold Huber, der „Berliner Zeitung“. Er warf den Unternehmern in Deutschland vor, sich „am Virus der Dreistigkeit angesteckt“ zu haben.

Die stellvertretende SPD-Parteivorsitzende und baden-württembergische Landeschefin, Ute Vogt, warf Daimler-Chrysler schlechten Stil vor. Das Gebaren und der Sprachgebrauch des Vorstands komme einer „Erpressung“ gleich, sagte sie im „ARD-Morgenmagazin“.

Auch im Motorenwerk Stuttgart-Untertürkheim fallen am Samstag die Überstunden von 2500 Mitarbeitern aus. Der Vorstand will beim Bau der neuen C-Klasse ab 2007 jährlich 500 Mill. € Kosten einsparen und hat mit dem Abbau von 6000 der über 30 000 Arbeitsplätze in Sindelfingen gedroht. Die Produktion könnte dann nach Bremen und Südafrika verlagert werden. Die Gespräche mit dem Gesamtbetriebsrat werden am Dienstag und Mittwoch fortgesetzt.

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