IG Metall
Tarifverhandlungen in entscheidender Phase

In der heißen Phase des Tarifkonflikts in der Metall- und Elektroindustrie kommen IG Metall und Arbeitgeber an diesem Dienstag zur wohl entscheidende Verhandlungsrunde zusammen. In Sindelfingen bei Stuttgart wollen IG-Metall-Bezirksleiter Jörg Hofmann und Südwestmetall-Chef Jan Stefan Roell einen neuen Tarifvertrag schmieden.

HB SINDELFINGEN. Sollte dies nicht gelingen, droht die Gewerkschaft von 17. November an mit flächendeckenden Streiks in der deutschen Schlüsselindustrie mit 3,6 Mio. Beschäftigten.

Gesamtmetall-Chef Martin Kannegiesser deutete kurz vor der entscheidenden Runde noch die Bereitschaft der Arbeitgeber zu Zugeständnissen an. „Wir werden uns nach Kräften bemühen, am Dienstag zu einer Einigung zu kommen“, sagte Kannegiesser dem „Handelsblatt“ (Montag). „Beide Seiten, die IG Metall genauso wie wir, werden sich jetzt aufeinanderzubewegen.“

IG-Metall-Chef Berthold Huber hatte am Wochenende erneut ein Entgegenkommen der Gewerkschaft bei der Laufzeit des Tarifvertrags signalisiert. Wenn die Lohnzahl stimme, hätte die IG Metall kein Problem damit, über 18 oder gar 20 Monate abzuschließen, hatte Huber der „Wirtschaftswoche“ gesagt. Kannegiesser bewertete diesen Vorschlag positiv: „Das ist in jedem Fall ein konstruktives Signal.“

Die Arbeitgeber fordern angesichts von Auftragseinbrüchen in Teilen der deutschen Metall- und Elektroindustrie allerdings einen flexiblen Abschluss. Es müsse eine Lösung geben, die auch Betriebe mit Schwierigkeiten verkraften könnten, sagte der Chef des Metallverbandes in Nordrhein-Westfalen, Horst-Werner Maier-Hunke, der „Financial Times Deutschland“ (Montag). „Wir brauchen einen Abschluss, der flexibel ist.“

Die Gewerkschaft verlangt acht Prozent mehr Entgelt bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Die Arbeitgeber bieten bislang 2,1 Prozent mehr Geld für 2009 plus Einmalzahlungen von 0,8 Prozent für November und Dezember 2008. Die Kluft zwischen Forderung und Angebot ist damit so groß wie lange nicht, Hofmann und Roell müssen große Brocken aus dem Weg räumen. „Bewegung auf beiden Seiten ist immer nötig, um einen Kompromiss zu erzielen. Aber ob das am Dienstag gelingt, ist völlig offen“, sagte ein Sprecher von Südwestmetall. „Wir werden da hingehen und sehr sehr ernsthaft verhandeln.“

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