Für VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch verlief die vergangene Woche damit nach Wunsch. Am vergangenen Freitag krönte Volkswagen mit einem besser als erwarteten Quartalsergebnis eine denkwürdige Woche für den starken Mann in Wolfsburg, dessen Familienclan den VW-Großaktionär Porsche beherrscht. Für Experten ist es nunmehr nur noch eine Frage der Zeit, wann die Stuttgarter, die derzeit noch 31 Prozent an VW halten, nach der Mehrheit in Wolfsburg greifen.
Unter Investoren weckten die guten VW-Quartalszahlen höhere Erwartungen. Nach der Vorlage der unerwartet starken Ergebnisse rechnen Experten nun damit, dass Europas größter Autokonzern schon bald seine Gewinnprognose für das Gesamtjahr erhöhen wird. „Jeder geht davon aus, dass es erheblich mehr sein wird“, sagte Nathan Kohlhoff, Branchenexperte der Großbank Unicredit. Auch Christian Breitsprecher, Auto-Analyst von Sal. Oppenheim, glaubt an eine positive Überraschung zum Jahresende: „VW wird beim Vorsteuergewinn deutlich über dem eigenen Ziel von mindestens 5,1 Mrd Euro liegen.“
Die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) meldete allerdings nach dem Fall des VW-Gesetzes jetzt Bedenken über mögliche Interessenkonflikte zwischen Europas größtem Autobauer und dem Großaktionär an. „Porsche ist nun in einer Position, um einen stärkeren Einfluss auf das Unternehmen auszuüben, und dies lässt eine Reihe von Interessenkonflikten erkennen“, sagte Maria Bissinger, Analystin bei S&P.

