IG Metall zweifelt Notwendigkeit von Stellenabbau an
Nicht nur die Mitarbeiter protestieren gegen Siemens-Umbau

Der Widerstand gegen den Umbau des Siemens-Konzerns wächst. Am Dienstag gab es erste Proteste gegen die von Siemens-Chef Klaus Kleinfeld am Montag verkündeten Einschnitte. Die Mitarbeiter wehren sich gegen den Stellenabbau und die Ausgliederung einzelner Geschäftsfelder. Die IG Metall kündigte für die nächsten Wochen weitere Proteste an.

jojo/fas MÜNCHEN. Der seit Januar amtierende Konzernchef Kleinfeld hatte am Montag harte Sparmaßnahmen für die drei Problemsparten des Siemens-Konzerns angekündigt. Dabei sollen allein beim IT-Dienstleister Siemens Business Services (SBS) 2400 Stellen in Deutschland gestrichen werden. Auch in der Kommunikationssparte Com sollen mehrere Tausend Arbeitsplätze wegfallen. Bei Com laufen momentan die Verhandlungen zwischen Management und Betriebsrat.

„So wie es jetzt geplant ist, kann das bei Siemens nicht über die Bühne gehen“, betonte Wolfgang Müller, der für die IG Metall im Aufsichtsrat des Konzerns sitzt. In Offenbach gingen gestern 300 Beschäftigte der Logistiksparte (L&A) auf die Straße, um gegen die Auflösung ihres Bereichs zu demonstrieren. Ein Teil von L&A, das Geschäft mit Automatisierungsanlagen für den Mittelstand, soll mit 5000 Mitarbeitern ausgegliedert und in eine „partnerschaftliche Lösung“ eingebracht werden.

Das Großkundengeschäft der Logistiksparte wird anderen Siemens-Bereichen zugeschlagen. Die Mitarbeiter der von der Abspaltung betroffenen Dematic GmbH forderten gestern, dass ihre Arbeitsplätze erhalten werden und die Tarifbindung bleibt.

Doch was den Mitarbeitern zuviel ist, erscheint andern noch zu wenig: Viele Analysten sehen den Umbau skeptisch. „Der große Befreiungsschlag, den wir uns erhofft hatten, blieb aus“, zeigten sich die Experten der Landesbank Rheinland-Pfalz enttäuscht. Die BHF-Bank vermisst zudem klare Aussagen zur weiteren Strategie in den Problemsparten: „Die Lage ist so unklar wie zuvor.“

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