Illegale Preisabsprachen in den USA
Bayer zahlt Millionen-Bußgeld

Wegen Preisabsprachen bei Kautschukchemikalien hat sich der Leverkusener Chemie- und Pharmakonzern Bayer mit der US-Regierung auf Zahlung einer Strafe in Millionenhöhe geeinigt. Bilanziell soll dies mit einer Rückstellung im zweiten Quartal abgedeckt werden, erklärte Bayer.

HB WASHINGTON. Bayer sei bereit, sich im Rahmen der Vereinbarung in einem Punkt für schuldig zu erklären und eine Geldstrafe von 66 Mill. Dollar (rund 53 Mill. ?) zu akzeptieren, teilte das US-Justizministerium am Mittwoch weiter in Washington mit. Bayer sei zudem bereit, die Regierung bei den Ermittlungen zu unterstützen. Der US-Markt für Kautschukchemikalien hat ein Jahresvolumen von etwa einer Milliarde Dollar. Die Chemikalien werden eingesetzt, um Elastizität, Stärke und Haltbarkeit von Kautschukmaterialien zu verbessern.

Die Vereinbarung mit dem US-Justizministerium bezieht sich nach Bayer-Angaben auf Vorwürfe, der Konzern sei zwischen 1995 und 2001 an wettbewerbswidrigen Aktivitäten beteiligt gewesen. "Diese Vereinbarung umfasst alle strafrechtlichen Vorwürfe mit Blick auf den Bereich Kautschukchemikalien in den USA", erläuterte ein Bayer-Sprecher. Sie müsse nun noch gerichtlich genehmigt werden. "Bayer bildet für das zweite Quartal 2004 eine entsprechende Rückstellung", ergänzte der Sprecher.

Nach Angaben des US-Justizministeriums hatte Bayer an Treffen und Gesprächen zwischen Unternehmen teilgenommen, bei denen diese übereingekommen seien, Preise bei bestimmten Kautschukchemikalien zu erhöhen oder beizubehalten. Zudem seien Informationen über den Absatz solcher Produkte in den USA und anderswo ausgetauscht worden.

Die Ermittlungen gegen Bayer hatten im Herbst 2002 begonnen. Im Ausgangsverfahren haben Zeitungsberichten zufolge bereits der Reifenhersteller Uniroyal und dessen Mutterkonzern Crompton Absprachen bei Preisen für Kautschukchemikalien eingestanden und ein Bußgeld von 50 Mill. Dollar akzeptiert.

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