Im Gespräch mit: Stephan Schaller
„Der VW-Pickup kommt“

Spritpreise und Umweltauflagen verändern auch den Nutzfahrzeugmarkt. Im Gespräch mit dem Handelsblatt spricht Stephan Schaller, Chef der Nutzfahrzeugsparte von Volkswagen, über Absatzdellen, den deutschen Markt und die Vorteile eines VW-Pickups.

Herr Schaller, wie verläuft Ihr Geschäft?

Der Boom bei den leichten Nutzfahrzeugen hielt bis zur Sommerpause an. Seit 2004 konnten wir jedes Jahr ein Plus von gut zehn Prozent verzeichnen. Das war auch im ersten Halbjahr 2008 so. Seit Juli/August sind die Märkte schwieriger. Vor allem die Nachfrage in Spanien und England, aber auch in den Niederlanden ist stark zurückgegangen.

Können Sie die Dellen ausgleichen?

Schaller: Davon gehe ich aus. In anderen Märkten, speziell in Osteuropa, läuft es sehr gut. Wir haben unseren Absatz in Russland seit 2006 vervierfacht. In diesem Jahr werden wir dort rund 12 000 Fahrzeuge verkaufen. Auch in Weißrussland verkaufen wir einige 1 000 Fahrzeuge, die Ukraine kommt, ebenso Rumänien. Die Türkei zieht ebenfalls an. Unter dem Strich gehen wir weiterhin von einem guten Jahr 2008 aus, allerdings nicht mehr mit einer Steigerungsrate von zehn Prozent. Wir werden eher leicht einstellig zulegen.

Wie sieht es im Osten mit den Margen aus?

Schaller: In Russland sind die Margen teilweise hoch. Wir verkaufen dort viele gut ausgestattete Multivan-Varianten. Auf der anderen Seite werden wir einen besonders günstigen Transporter anbieten, einen Robust Entry Transporter. Der baut auf dem Klassiker T5 auf, hat aber eine Pritsche aus Holz statt aus Blech und einen Rahmen aus Stahl statt aus Aluminium. Teure Elektronik wie das Stabilitätsprogramm ESP gibt es nicht. Wir specken das in unserer Fabrik in Polen gebaute Fahrzeug auf das in Russland verlangte Niveau ab. Um Missverständnissen gleich vorzubeugen: Jedes Auto muss ein Minimum an Ergebnisbeitrag und Rendite liefern. Sonst machen wir es nicht.

Bis zum Jahr 2018 wollen Sie sogar Ihre Kapitalrendite auf 15 Prozent steigern. Müssen Sie das Ziel jetzt kassieren?

Nein. Wir sind auf dem richtigen Weg. Unser erstes Halbjahr ist gut gelaufen. Ich gehe davon aus, dass wir in diesem Jahr insgesamt mehr Rendite als im Jahr 2007 erzielen können.

Wie sieht die Lage in Westeuropa aus?

In den etablierten westeuropäischen Ländern, in denen wir noch weniger als zehn Prozent Marktanteil haben wie beispielsweise in Spanien, Italien und Frankreich, investieren wir massiv in die Qualifikation des Handels. Dort verfügen traditionell heimische Hersteller wie Fiat oder Renault über Hausmacht. Als VW müssen wir aber eigentlich überall einen zumindest zweistelligen Marktanteil erzielen. Europaweit kommen wir bei den leichten Nutzfahrzeugen im Schnitt auf knapp 15 Prozent. Letztes Jahr waren wir vor Renault die Nummer eins.

Wie stellt sich die Lage hier zu Lande dar?

Deutschland hält sich relativ stabil, wir können unseren Marktanteil leicht steigern, liegen jetzt bei mehr als 31 Prozent. Das ist unser mit Abstand stärkster Markt. In Deutschland tun wir viel, bieten etwa zurzeit ein vergünstigtes Verkaufspaket für ADAC-Mitglieder an.

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