Im Gespräch: Wulf Bernotat
„Strompreise sind Marktpreise“

Der Vorstandschef des größten deutschen Energiekonzerns über neue Energien, alte Kernkraftwerke und volle Kassen.

Handelsblatt: Herr Bernotat, der Terroranschlag in London hat die Welt erschüttert. Die Kapitalmärkte haben sich aber sehr schnell von dem Schock erholt. Ist Terror schon zu einem Stück Normalität geworden?

Bernotat: Terror darf nie zur Normalität werden, er ist und bleibt furchtbar. Allerdings würden Terroristen ihre Ziele erst recht erreichen, wenn ihre Anschläge die Wirtschaft der Industriestaaten nachhaltig in Turbulenzen bringen würden.

Handelsblatt: Die Parteien haben sich für die geplanten Neuwahlen positioniert. Welche Wünsche haben Sie an die nächste Regierung?

Bernotat: Wir wissen ja noch gar nicht, ob es Neuwahlen gibt und ob es zu einem Wechsel kommt. Unabhängig von ihrer Couleur, sind die Erwartungen an die Regierung aber dieselben. Wir müssen mehr Dynamik entfachen und Verkrustungen aufbrechen. Dabei dürfen wir nicht – wie bisher – nach dem kleinsten gemeinsamen Nenner suchen. Das bringt uns nicht weiter.

Handelsblatt: Wie beurteilen Sie die jüngste deutsche Energiepolitik?

Bernotat: Energiepolitik war immer ein sehr schwieriger Bereich innerhalb der rot-grünen Koalition. Das war eine Spielwiese für die Grünen, bei denen Ökologie im Vordergrund stand. Allein schon die Aufteilung der Zuständigkeit – das Wirtschaftsministerium verantwortet die konventionellen und das Umweltministerium die erneuerbaren Energien – war ein Webfehler. Konflikte sind da programmiert. Es hat zwei Jahre gedauert, das neue Energiewirtschaftsgesetz zu verabschieden.

Handelsblatt: Was muss sich also ändern?

Seite 1:

„Strompreise sind Marktpreise“

Seite 2:

Seite 3:

Seite 4:

Seite 5:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%