Im Heimatmarkt wieder Gewinn erzielt
Hochtief kommt wieder auf Kurs

Deutschlands größter Baukonzern Hochtief hat im zweiten Quartal 2003 auf dem Heimatmarkt die Rückkehr in die Gewinnzone geschafft und dadurch das Quartalsergebnis insgesamt deutlich verbessert. Im ersten Halbjahr verzeichnet der Konzern aber noch einen Gewinnrückgang.

Reuters ESSEN. Der Unternehmensbereich Construction Services Europe, der im Wesentlichen das inländische Baugeschäft umfasst, weise im zweiten Quartal 2003 erstmals seit 1999 ein positives Ergebnis vor Steuern aus, teilte Hochtief am Dienstag mit, ohne jedoch eine konkrete Zahl zu nennen. Die Umsatzentwicklung sei trotz der schlechten Wirtschaftslage im Inland stabil.

Für das Gesamtjahr stellt Hochtief einen Gewinn vor Steuern über dem Vorjahresniveau von 121 Mill. € in Aussicht. Noch im Juli hatte Konzernchef Hans-Peter Keitel erklärt, Hochtief wolle 2003 seinen Ertrag stärker steigern als das Volumen (Umsatz, Auftragseingang und Bauleitung), dessen Zunahme im oberen einstelligen Prozentbereich liegen werde.

Den Gewinn im deutschen Baugeschäft wertet Hochtief als Erfolg seines umfassenden Restrukturierungsprogramms, in dessen Verlauf der Konzern rund zwei Drittel seiner inländischen Arbeitsplätze abgebaut habe. Inzwischen sei eine tragfähige Basis erreicht, von der aus auch im geschrumpften deutschen Markt nachhaltig Erträge erwirtschaftet werden könnten, hieß es. Derzeit sei der größte Teil der geplanten Jahresbauleistung im deutschen Geschäft bereits durch Aufträge abgesichert. Hochtief erwarte daher, sein erklärtes Ziel eines ausgeglichenen Ergebnisses im Gesamtjahr 2003 auch zu erreichen.

Konzernchef Keitel hatte im Juli gegenüber Reuters erklärt, er erwarte für 2004 eine Trendumkehr in der deutschen Baukonjunktur. Diese sei aber voraussichtlich nicht mit großem Wachstum verbunden. Der deutsche Baumarkt werde sich auf dem erreichten Niveau stabilisieren, entsprechend seien weitere Strukturanpassungen unausweichlich. Der Hauptverband der deutschen Bauindustrie erwartet 2003 einen Stellenabbau in der Größenordnung von 60 000. Seit 1996 haben dem Verband zufolge fast 600 000 und damit 42 % der deutschen Bauarbeiter ihren Arbeitsplatz verloren.

Den Umsatzrückgang im Halbjahr auf 5,352 Mrd. € von 5,956 Mrd. € ein Jahr zuvor begründet Hochtief mit dem im Vergleich zum Euro schwachen Dollar. Bei den beiden großen Auslandsgesellschaften Turner in den USA und Leighton in Australien führten die Währungsrelationen zu Umsatzeinbußen von 700 Mill. €. Hochtief macht über 80 % seines Umsatzes im Ausland. Im zweiten Quartal ging der Konzernumsatz ebenfalls zurück und betrug 2,696 (2,928) Mrd. €.

Das Konzern-Betriebsergebnis verringerte sich im Halbjahr gegenüber dem Vorjahr auf 67,464 (80,379) Mill. €, teilte Hochtief mit. Im zweiten Quartal stieg das Betriebsergebnis aber auf 33,347 (11,847) Mill. €.

Der Nettoverlust von Hochtief in den Monaten Januar bis Juli betrug 7,359 Mill. € nach einem Gewinn von 80,759 Mill. € im Vorjahreszeitraum. Dieser resultiert aus einem Nettoverlust im ersten Quartal, der vor allem auf Währungseffekte durch den starken Euro zurückzuführen ist.

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