Im Reich des Marktführers brennt es an vielen Ecken
General Motors gerät ins Wanken

Der US-Milliardär Kirk Kerkorian hat seinen Glauben an den Autokonzern General Motors (GM) nicht verloren. Nach der Zustimmung der Kartellbehörden will der neue GM-Großaktionär seinen Anteil am krisengeschüttelten Autokonzern von zuletzt 9,5 Prozent auf 9,9 Prozent weiter ausbauen.

hz/je FRANKFURT/M. Doch der beinharte Investor mit dem legendären Ruf hätte allen Grund, allmählich nervös zu werden. Im Mai hatte Kerkorian mit seinem ersten großen Kauf von GM-Aktien noch ein regelrechtes Kursfeuerwerk ausgelöst. Der Insolvenzantrag der früheren GM-Tochtergesellschaft Delphi hat die Aktien des Konzerns aber wieder deutlich unter das Niveau gedrückt, auf dem Kerkorian eingestiegen war. Analysten erwarten deshalb, dass Kerkorian nun auf einen Sitz im Aufsichtsrat drängen wird, um von dort den Druck auf GM-Chef Rick Wagoner zu erhöhen.

Die Skepsis wächst, ob Wagoner das Ruder beim krisengeschüttelten Autokonzern herumreißen kann. Die Ratingagentur Standard & Poor’s stufte die Kreditwürdigkeit von GM, die sich bereits auf Ramschstatus befindet, diese Woche erneut herab. Die Insolvenz von Delphi könnte die Sanierungsanstrengungen von GM auf dem US-Markt zurückwerfen, warnte S&P-Analyst Scott Sprinzen.

Nachhaltige Erfolge der in Aussicht gestellten Sanierung blieb Wagoner bislang schuldig. Ein massives Rabattprogramm trieb zwar im Sommer den Absatz kurzfristig in die Höhe, hinterließ aber tiefrote Zahlen im Geschäftsbericht. Auch eine Einigung mit der Gewerkschaft über Zugeständnisse bei den milliardenschweren Gesundheitskosten, die Wagoner ursprünglich bereits für Juni in Aussicht stellte, gibt es bis heute nicht. Ein Kompromiss in dieser Frage mit der einflussreichen Autogewerkschaft UAW gilt als zentral für die Restrukturierung von GM. Der Konzern hat wegen der wachsenden Probleme in Nordamerika im ersten Quartal einen Verlust von 1,1 Mrd. Dollar verbucht. Die Last der Gesundheitsausgaben in diesem Jahr beträgt etwa 5,6 Mrd. Dollar, bei Ford sind es 2005 etwa 3,5 Mrd. Dollar.

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