Im Sporthandel purzeln die Preise schon zu Saisonbeginn
Eiskalt reduziert

Skifans achten zunehmend auf den Preis. Die Geschäfte stellen sich bereits zu Beginn der Saison auf eine gnadenlose Preisschlacht ein. Dagegen müssen die Wintersportorte kräftig investieren, denn nur wer moderne, schnelle Lifte hat, kann damit rechnen, dass die Besucher zahlreich strömen.

MÜNCHEN. Rot ist die Farbe des Jahres in den Sportgeschäften: Schon zum Saisonauftakt stehen die Skipreise unter Druck wie nie zuvor. Selbst Top-Modelle mit Katalogpreisen von 799 Euro sind schon jetzt um bis zu 200 Euro günstiger zu haben. „Die Kunden gehen ganz gezielt nur auf reduzierte Ware. Das ist die bittere Lehre aus der letzten Saison“, klagt Klaus Jost, Chef von Deutschlands größtem Sport-Einkaufsverbund Intersport. Regulär ausgezeichnete Ware stand im letzten Winter wie Blei in den Regalen – bis der Rotstift angesetzt wurde.

In dieser Saison wollen die Sporthändler die Ware schneller an den Mann bringen. „Wir versuchen zeitnah in der Saison den tatsächlich erzielbaren Preis zu verlangen“, unterstreicht Jost. Der Verbund macht Druck an der Preisfront und Kaufhäuser wie Karstadt reagieren mit „Bestpreis-Garantien“. Wenn der Kunde bis zum 31. Dezember nachweisen kann, dass er den Ski in einem anderen Geschäft billiger bekommt, erhält er die Differenz ausgezahlt. Die Ski-Hersteller fürchten deshalb einen ruinösen Preiskampf.

„Die Kunden werden hauptsächlich über niedrige Preise in die Läden gelockt“, ärgert sich Helmut Bälz, Deutschland-Chef von Weltmarktführer Rossignol. Und sein Kollege Roland Wagner von Elan fürchtet, dass Ski-Verkaufsaktionen der Discounter den Preisrutsch noch beschleunigen könnten. Die Lage ist dramatisch: Nach Einschätzung der Industrie haben die Händler in diesem Jahr rund ein Viertel weniger Ware geordert als 2003. „Von einem ohnehin niedrigen Niveau aus ging es nochmals nach unten“, schimpft Elan-Manager Wagner

.

Die Händler haben allerdings allen Grund, vorsichtig zu disponieren. Vielen fehlt schlicht das Kapital, um die Lager wie früher voll zu stopfen. Den Sommer über mussten in Deutschland erneut zahlreiche alteingesessene Fachhändler schließen. „An Skiern verdienen unsere Händler kaum etwas. Die Spannen sind zum Gotterbarmen“, sagt Intersport-Chef Jost. Er weiß wovon er spricht. Intersport ist der größte Skihändler in Deutschland. Über die Tische der angeschlossenen Sportgeschäfte ging im vergangenen Jahr fast jedes zweite der insgesamt 500 000 Paar Skier, die in Deutschland verkauft wurden.

Die Margen liegen zwar bei 30 Prozent. Aber wer Skier verkauft, der muss – anders als bei Sportschuhen oder Bekleidung – auch Wartungspersonal, Werkstatt und Service-Maschinen vorhalten, die ein halbes Jahr lang nutzlos herumstehen. „Das ist im Sommer totes Kapital“, sagt Jost über die Probleme seiner Händler.

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