Immer mehr Modell werden zu günstigeren Konditionen gefertigt
Die Gutverdiener bei VW sterben aus

Die Wolfsburger VW-Werker bauen den neuen Golf-Geländewagen zum Spartarif. Auch das neue Passat Coupe wird unter Haustarif produziert werden. Langsam aber sicher sterben die Gutverdiener bei Volkswagen aus.

HB WOLFSBURG. Wolfgang Bernhards Drohung fruchtete. Der VW-Markenchef hatte den Wolfsburger Arbeitnehmervertretern ein Ultimatum bis zum gestrigen Montag gesetzt, um auf seine Forderungen beim neuen Gelände-Golf einzugehen. Sollten nicht pro Wagen 850 Euro Personalkosten eingespart werden, gehe der Fertigungsauftrag nach Portugal. 1000 Mitarbeiter im Stammwerk hätten Däumchen drehen müssen.

Doch Bernhard hat sich durchgesetzt. Der 2007 startende Geländewagen namens Marrakesch wird in Wolfsburg innerhalb der Auto 5000 GmbH gefertigt. Bei diesem Lohnmodell, zu dessen Bedingungen bereits der Minivan Touran gebaut wird, gelten andere Arbeitszeiten und geringere Löhne für die Beschäftigten.

Das ist für VW erst der Anfang. Stück für Stück unterhöhlt der als Sanierer zu Volkswagen geholte ehemalige Daimler-Chrysler-Manager den Haustarif, der den VW-Beschäftigten 20 Prozent höhere Einkommen als in der übrigen Metallindustrie zusichert.

Nach Touran und Marrakesch wird das Passat Coupe wohl das nächste Fahrzeug, das zum Spartarif vom Band rollt. Offiziell ist der Wagen noch nicht. Der VW-Vorstand machte im Zuge der Gelände-Golf-Gespräche lediglich eine allgemeine Zusage für die Fertigung eines neuen Modells ab 2008 im Werk Emden. Dort wird ausschließlich der Passat produziert. Doch egal, um welches Modell es sich nun letztlich handeln wird: Fest steht, dass der Haustarifvertrag modifiziert wird. Das kündigten beide Seiten am Dienstag an.

Und es wird wohl das Passat Coupe. Das erfuhr die Nachrichtenagentur Dow Jones Newswires am Dienstag von einer Person aus dem VW-Management. Die Stückzahlen würden sich bei „einigen zehntausend“ jährlich bewegen. Die Verhandlungen mit der Arbeitnehmerseite über flexible Arbeitszeiten seien bereits „weit fortgeschritten“, sagte die Person. Es wäre auch eine Produktion im Werk Mosel möglich gewesen, doch hätten sich die Mitarbeiter in Emden „schon sehr flexibel“ gezeigt. Ein VW-Sprecher wollte dies nicht kommentieren.

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