Immer schärfere Normen entfachen zwischen Produzenten und Zulieferern einen Wettstreit um den abgasärmsten Lastwagen
Brummi-Hersteller feilen an sauberem Image

Noch immer haben LKWs das Image von Dreckschleudern. Zu Unrecht, wie die Verantwortlichen der Automobilindustrie glauben. Denn was sie zur Zeit in Hannover auf der IAA zeigen, soll dieses Vorurteil endgültig widerlegen.

wb/hof HANNOVER. Mit Katalysator und Filtern versehen, werden sich die Brummis künftig als Saubermänner präsentieren – zumindest im Vergleich zu den Generationen vorher. Schon geht Bernd Gottschalk, der Präsident des Verbandes der Automobilhersteller (VDA) in die Offensive: „Lokomotiven erfüllen keine Euro-Normen“ lästerte er im Vorfeld der Messe.

Doch auch objektiv betrachtet, war der Fortschritt in den vergangenen Jahren enorm: So werden die Brummis mit Einführung der Euro-4-Norm im kommenden Jahr nur noch ein Fünftel der Kohlendioxid- und Kohlewasserstoff-Emissionen von 1990 haben. Bei Stickoxiden werden es sogar nur 13 Prozent des Wertes sein, bei Rußpartikeln nur noch drei Prozent. Mit der weiteren Verschärfung, die für das Jahr 2008 erwartet wird, werden die Stickoxide noch einmal um die Hälfte reduziert. Die Entwicklungen kosten die Hersteller hohe Millionensummen, je Fahrzeug schlagen sie sich mit rund 5 000 Euro im Kaufpreis nieder.

Probleme bereiten den Herstellern vor allem die unterschiedlichen Bestimmungen in den großen Absatzregionen. Doch die Branche nimmt diese Hürden mittlerweile sportlich. „Im nächsten Jahrzehnt werden sich die Vorschriften annähern, weil LKW's dann praktisch nichts mehr emittieren dürfen“, sagte Eckhard Cordes, der Chef der Nutzfahrzeugsparte von Daimler-Chrysler und demnächst an der Spitze von Mercedes, im Vorfeld der Messe. Das Emissionsvolumen werde dann so gering sein, „dass sich die Vorschriften automatisch treffen“. Genauso wichtig wie gleiche Grenzwerte sei jedoch eine Angleichung der Prüfverfahren und der Lösungswege. In den nächsten Jahren muss sich die Branche aber noch darauf einstellen, unterschiedliche Technologien anzubieten. „Das ist ausgesprochen kostenintensiv“, fürchtet Cordes.

Was die Hersteller drückt, ist für die Zulieferer ein expansives Geschäft. „Der Markt der Emissionsminderung wird in den kommenden Jahren kräftig wachsen. Denn den Europäern und Amerikanern, die mit immer schärferen Bestimmungen vorangehen, werden andere Länder angesichts zunehmender Umweltprobleme in absehbarer Zeit folgen müssen. Ich denke da auch an China“, sagt Lois I. Boyd, beim US-Zulieferer Tenneco für die Nutzfahrzeug-Kunden verantwortlich. Nach ihrer Schätzung wird der Weltmarkt der Diesel-Emissionskontrolle von derzeit rund 200 Mill. Dollar pro Jahr bis 2010 auf etwa 2,3 Mrd. Dollar wachsen.

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