Immuntherapie
Astra-Zeneca steckt Rückschlag bei Lungenkrebs-Mittel ein

Der Pharmakonzern Astra-Zeneca hat bei der Entwicklung eines Lungenkrebs-Medikaments einen schweren Rückschlag erlitten. Auch an der Börse ist die Enttäuschung über den Misserfolg der Briten groß.
  • 0

LondonDer britische Pharmakonzern Astra-Zeneca hat in der Medikamentenentwicklung einen herben Rückschlag erlitten und damit seine Anleger vergrault. Ein zentrales Studienergebnis deute darauf hin, dass eine bestimmte Immuntherapie Lungenkrebs-Patienten nicht wie erwartet helfen kann, teilte Astra-Zeneca-Chef Pascale Soriot am Donnerstag mit. Die klinische Studie wurde als Schlüssel zum langfristigen Erfolg des Unternehmens gesehen und die Ergebnisse daher mit Spannung erwartet. Umso größer daher nun die Enttäuschung an der Börse über den Misserfolg. Die Aktie brach um mehr als 15 Prozent ein.

Die Immuntherapie gilt in der Krebsmedizin als verheißungsvoll, mit milliardenschwerem Potenzial. Sie soll bessere Ergebnisse als eine Chemotherapie erzielen. Der US-Pharmakonzern Merck gehört auf dem Gebiet zu den führenden Unternehmen. Astra-Zeneca-Chef Soriot hatte zuletzt stark in die Erforschung neuer Immuntherapien gegen Krebs investiert, um Umsatzverluste bei älteren Blockbuster-Medikamenten wie dem Cholesterinsenker Crestor und dem Magenmittel Nexium auffangen zu können.

Wegen auslaufender Patente auf wichtige Arzneien brach denn auch der Quartalsumsatz um zehn Prozent auf umgerechnet rund 4,3 Milliarden Euro ein. Derweil kletterte das Ergebnis je Aktie um fünf Prozent auf 0,74 Euro. Damit schnitt Astra-Zeneca besser ab als von Analysten erwartet.

Spekulationen über einen Wechsel zum Konkurrenten Teva wollte Soriot nicht kommentieren. „Das einzige, was ich sagen kann, ist, dass ich heute hier bin, um die Unternehmensstrategie umzusetzen.“ Er freue sich, den Vorstand zu leiten.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Immuntherapie: Astra-Zeneca steckt Rückschlag bei Lungenkrebs-Mittel ein"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%