Imperial Tobacco greift nach Altadis
Zigarettenmultis sprechen über Zusammenschluss

In der Tabakbranche bahnt sich ein weiterer milliardenschwerer Zusammenschluss an. Die britische Imperial Tobacco will die französisch-spanische Altadis übernehmen. Auch wenn die Unternehmen kaum jemand kennt, ihre Produkte sind aus dem Zigarettenautomaten nicht wegzudenken.

dpa-afx LONDON. Imperial Tobacco biete 45 Euro je Altadis-Aktie in bar, was einem Transaktionsvolumen von 11,5 Mrd. Euro entspreche, teilte Imperial am Donnerstag in London mit. Die Übernahmegespräche befänden sich in einem sehr frühen Stadium. Altadis teilte in einer Erklärung an die Spanische Börse mit, die Anfrage werde geprüft und müsse vom Direktorium genehmigt werden. Das Gremium werde sich dazu in den kommenden Tagen zusammensetzen.

Die weltweit viert- und fünftgrößten Tabakunternehmen passten strategisch gut zusammen, begründete ein Sprecher von Imperial Tobacco die Offerte. Altadis hat unter anderem die Marken „Gauloises Blondes“ und „Gitanes“ unter seinen Fittichen. Imperial Tobacco ist in Deutschland mit „Davidoff“ und „West“ vertreten.

An der Börse schossen die Aktien beider Unternehmen nach oben. Imperial Tobacco legten bis Mittag um 7,23 Prozent auf 2 195 Pence zu. Altadis gewannen 19,3 Prozent auf 46,40 Euro.

In der Tabakbranche rollt im Moment eine Konsolidierungswelle. Japan Tobacco hat ein Angebot für die britische Gallaher abgegeben und Imperial Tobacco kauft den kleineren US-Hersteller Commonwealth Brands; über einen Zusammenschluss mit Altadis wird seit mehr als zwei Jahren spekuliert. Analysten erwarten, dass BAT und der US-Marktführer Altria antworten werden. Feindliche Übernahmen gelten jedoch in der hochregulierten Tabakbranche als schwer umsetzbar. In den vergangenen Jahren wurde keine mehr versucht.

Am Dienstag hatte es in einem Medienbericht geheißen, Imperial könnte eine einvernehmliches Übernahmeangebot für Altadis vorlegen, um ein drohendes feindliches Gebot des Private-Equity-Unternehmens Kohlberg Kravis Roberts abzuwehren. Altadis hatte den Bericht jedoch als „unbegründet“ zurückgewiesen.

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