Impfstoffe
Gute Geschäfte mit der Grippe

Europäische Konzerne profitieren von der Schweinegrippe. Regierungen auf der ganzen Welt haben Impfstoffe im Wert von rund 4,3 Milliarden Dollar bestellt. Welche Unternehmen zu den Gewinnern gehören.

FRANKFURT. Die sich ausbreitende Schweinegrippe-Epidemie könnte mehreren großen Pharmakonzernen in diesem Jahr zusätzliche Umsätze von zusammen mehr als fünf Mrd. Dollar bescheren. Hauptnutznießer dürften nach Analystenerwartungen die europäischen Arzneimittelhersteller Roche, Glaxo-Smithkline (GSK), Novartis und Sanofi-Aventis sein.

Diese Entwicklung zeichnet sich ab, nachdem eine weitere Ausbreitung des Virus N1H1 09 inzwischen als fast unausweichlich gilt. Viele Länder stocken sowohl die Vorräte an Medikamenten als auch die Bestellungen von Impfstoffen auf. Gestern gab die französische Regierung bekannt, 94 Mio. Dosen Impfstoff im Wert von annähernd einer Mrd. Euro zu bestellen. Der Auftrag verteilt sich auf Glaxo, Sanofi-Aventis und Novartis.

Nach Daten der Investmentbank JP Morgan haben Regierungen weltweit bisher fast 600 Mio. Dosen an Impfstoffen gegen den Schweinegrippe-Erreger geordert. Diese Bestellungen dürften alleine bereits 4,3 Mrd. Dollar an Umsatz wert sein. Rund 1,4 Mrd. Dollar davon entfallen auf die britische GSK, rund eine Mrd. Dollar auf die Schweizer Novartis-Gruppe. In kleinerem Umfang profitieren bisher Sanofi-Aventis sowie Astra-Zeneca von den Bestellungen.

Die WHO glaubt mittlerweile, dass Schweinegrippe sich unaufhaltsam weiter verbreiten wird. Bereits im Juni hatte die Gesundheitsorganisation der Vereinten Nationen die höchste Warnstufe ausgerufen. Weltweit wurden inzwischen rund 110 000 Infektionen registriert, die in aller Regel jedoch milde verlaufen. Für Deutschland meldete das Robert-Koch-Institut 834 bestätigte Fälle.

In Reaktion auf die Empfehlungen der WHO haben sich die deutschen Bundesländer am Dienstag auf die Bestellung von 50 Mio. Dosen Impfstoff verständigt, wie das hessische Gesundheitsministerium bestätigte. Da für eine Impfung jeweils zwei Injektionen erforderlich sind, reicht dieses Volumen, um 25 Mio. Menschen oder rund ein Drittel der deutschen Bevölkerung zu immunisieren, was den WHO-Richtlinien entsprechen würde. Für weitere 110 Mio. Dosen wollen sich die Länder eine Option sichern.

Seite 1:

Gute Geschäfte mit der Grippe

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%