Impfstoffwerk in Dresden
Glaxo und Pfizer bauen Produktion in Deutschland aus

Am Montag hat der britische Pharmakonzern Glaxo Smith Kline (GSK) ein neues Impfstoff-Werk in Dresden auf den Weg gebracht. Kostenpunkt: Rund 94 Millionen Euro. Und totz heftiger Kritik an der deutschen Gesundheitspolitik und deutlichen Umsatzverlusten will auch der US-Konzern Pfizer seine Produktionskapazitäten in Deutschland ausbauen.

HB DRESDEN. Mit der neuen Produktionsstätte in Dresden plant GSK eine Verdoppelung seiner Kapazitäten für Grippeimpfstoffe von derzeit jährlich 30 Mill. Dosen Impfstoff. Damit sind 170 neue Jobs verbunden. Der Produktionsbeginn ist für 2008 vorgesehen. Am symbolischen Spatenstich für die Anlage beteiligte sich auch Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD). Er lobte die Flexibilität der Ostdeutschen; 80 % hätten nach der Wende die Erfahrung gemacht, einen neuen Beruf zu ergreifen.

In Dresden hat GSK seine konzernweite Grippeimpfstoff-Produktion konzentriert. Die Impfstoffe werden in knapp 100 Länder exportiert. In Spitzenzeiten arbeiten bis zu 450 Mitarbeiter im Dresdner Werk. Detaillierte Umsatzzahlen gibt das Unternehmen dazu nicht bekannt.

Nach einem Bericht der „Welt“ (Montagausgabe) hat der Pfizer- Konzernvorstand in den USA nun doch den Produktionsausbau in Deutschland beschlossen. Danach soll der Standort in Illertissen bei Neu-Ulm um eine komplette Produktionsanlage für ein Osteoporose- Präparat ausgebaut werden. Das Medikament soll dort für den Weltmarkt hergestellt werden. Pfizer bestätigte die Planungen. Das Investitionsvolumen soll dem Blatt zufolge bei 53 Mill. € liegen.

Für Dresden, im 19. Jahrhundert Geburtsstätte der modernen Pharmaindustrie, bedeutet die GSK-Investition eine Rufstärkung in der Branche. In der sächsischen Landeshauptstadt gelang die erste industrielle Synthese eines Wirkstoffes. Dank des Engagements von GSK könne nun ein neues Kapitel in der 170-jährigen Pharma-Geschichte Dresdens und für das seit fast 100 Jahren bestehende Serumwerk geschrieben werden, sagte Sachsens Wirtschaftsminister Thomas Jurk (SPD).

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