In Bangladesch
Adidas testet den Ein-Euro-Schuh

Sporthersteller Adidas verkauft in Bangladesch günstige Sandalen, um das soziale Engagement auszubauen – und um den Markt zu sondieren. Dahinter steht die Erwartung eines künftig riesigen Marktes, wenn Milliarden Arme in der Dritten Welt mit steigendem Wohlstand allmählich zur Mittelschicht werden.
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DHAKA. Adidas macht Ernst mit dem vor einem Jahr angekündigten Billigschuh für die arme Bevölkerung in Entwicklungsländern. In Bangladesch sei ein erster Verkaufstest mit 5 000 Paar Schuhen durchgeführt worden, bestätigte ein Unternehmenssprecher Informationen des Handelsblatts.

Der Versuch sei sehr erfolgreich verlaufen. Adidas werde das Vorhaben mit schrittweise höheren Stückzahlen weiterführen und arbeite an einem Konzept für die Massenproduktion. Der Sportartikelhersteller äußert sich damit erstmals konkret zu seinen Plänen, die nach der Ankündigung wie ein Geheimprojekt behandelt worden waren.

Bei dem Schuh handelt es sich um eine an der Ferse geschlossene Sandale, die unter dem Namen der Adidas-Tochter Reebok verkauft werden soll. Reebok ist bei Sportschuhen Marktführer in Bangladesch. Für den Test wurde die Sandale zu Preisen zwischen 80 und 120 bangladeschischen Taka (0,81 und 1,22 Euro) angeboten. Zum Vergleich: Der monatliche Mindestlohn für einen Arbeiter in Bangladesch liegt bei 3 000 Taka.

Der Schuh basiert auf einem bestehenden Reebok-Modell, das verändert wurde. Nach Angaben von Adidas war er binnen drei Tagen ausverkauft. Für die Massenproduktion soll er nochmals verändert werden, damit er billiger wird. Die Herstellungskosten des Modells lagen weit über dem Verkaufspreis.

Mit dem Billigschuh will Adidas sein soziales Engagement in den Entwicklungsländern ausbauen, zugleich aber auch Kenntnisse über die Konsumgewohnheiten der armen Bevölkerung sammeln und geeignete Vertriebswege testen. Dahinter steht die Erwartung eines künftig riesigen Marktes, wenn Milliarden Arme in der Dritten Welt mit steigendem Wohlstand allmählich zur Mittelschicht werden.

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Kommentare zu " In Bangladesch: Adidas testet den Ein-Euro-Schuh"

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  • Ein Schuh, der 1Euro kosten soll??? Da kommen dann natürlich Fragen auf, wie viel zum Beispiel die Arbeiter dabei verdienen und ob diese dann daraufhin auch auf 1Euro Schuhe angewiesen sind, denn die Materialkosten liegen weit über dem geplanten Verkaufspreis und decken somit nicht einmal den einfachen Lohn eines Arbeiters.
    Wo bleibt da die Wohltätigkeit, wenn die eigenen Arbeiter zu kurz kommen?!
    Als gemeinnütziges Projekt angepriesen und sicher eine gute Idee - angeregt vor zwei Jahren durch Friedennobelpreisträger Muhammad Yunus - jedoch verwendet als gute PR-Strategie und lediglich als Imageaufbesserung und Werbung für marktführende Firmen, wie hier bei ADIDAS.

  • Ein Schuh, der 1Euro kosten soll??? Da kommen dann natürlich Fragen auf, wie viel zum Beispiel die Arbeiter dabei verdienen und ob diese dann daraufhin auch auf 1Euro Schuhe angewiesen sind, denn die Materialkosten liegen weit über dem geplanten Verkaufspreis und decken somit nicht einmal den einfachen Lohn eines Arbeiters.
    Wo bleibt da die Wohltätigkeit, wenn die eigenen Arbeiter zu kurz kommen?!
    Als gemeinnütziges Projekt angepriesen und sicher eine gute Idee - angeregt vor zwei Jahren durch Friedennobelpreisträger Muhammad Yunus - jedoch verwendet als gute PR-Strategie und lediglich als Imageaufbesserung und Werbung für marktführende Firmen, wie hier bei ADIDAS.

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