In Brasilien
ThyssenKrupp wartet auf Erlaubnis für Krisenwerk

Seit 2010 betreibt ThyssenKrupp sein Werk in Rio de Janeiro mit einer vorläufigen Genehmigung – noch immer wartet das Unternehmen auf endgültiges grünes Licht für sein brasilianisches Krisenwerk.
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BochumDer Industriekonzern ThyssenKrupp wartet weiter auf die endgültige Betriebserlaubnis für sein Krisen-Stahlwerk in Brasilien. Es seien noch einige Umweltauflage abzuarbeiten, sagte Finanzvorstand Guido Kerkhoff bei der Hauptversammlung am Freitag in Bochum. Seit dem Produktionsbeginn in dem Stahlwerk nahe Rio de Janeiro im Sommer 2010 hat ThyssenKrupp bislang nur eine vorläufige Genehmigung. Das sei in Brasilien durchaus üblich, erklärte Kerkhoff.

Das Stahlwerk in Brasilien hat sich für ThyssenKrupp in der Vergangenheit zu einem Desaster entwickelt. Erst explodierten die Baukosten, dann zeigte sich, dass es kaum wirtschaftlich für den Konzern zu betreiben ist. Zudem sorgten Schäden immer wieder für Probleme beim Anlauf der Produktion. Hinzu kamen Verstöße gegen Umweltschutzauflagen, mehrfach ging Graphit-Staubregen nieder.

Anderthalb Jahre lang versuchte Konzernchef Heinrich Hiesinger, das Werk zu verkaufen, gab diese Bemühungen aber im November 2013 zumindest vorerst auf. Nun will ThyssenKrupp den Betrieb in eigener Regie voranbringen. Im vergangenen Geschäftsjahr gab es dabei Fortschritte. Allerdings kostete der in Brasilien produzierte Stahl immer noch mehr als derjenige aus dem Werk in Duisburg. Ursprünglich hatte sich ThyssenKrupp Kostenvorteile versprochen.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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