In dem Streit mit Daimler-Chrysler
IG Metall will Zehn-Jahres-Vertrag

Die IG Metall strebt bei den Gesprächen mit der Unternehmensführung des Autokonzerns Daimler-Chrysler eine Übereinkunft an, die Arbeitsplätze auf Jahre hinaus an allen deutschen Mercedes- Werken sichert.

HB BERLIN. „Wir wollen eine Verabredung, die nicht nur zwei Jahre hält, sondern sämtliche mittelfristigen Produkteinführungen abdeckt“, sagte der zweite Vorsitzende der IG Metall, Berthold Huber, der „Berliner Zeitung“ (Dienstagausgabe) einem Vorabbericht zufolge. „Eine Laufzeit von bis zu zehn Jahren ist denkbar.“

Die Verhandlungen zwischen Betriebsrat, IG Metall und Unternehmensführung über massive Kosteneinsparungen sollen heute (Dienstag) fortgesetzt werden. Mercedes-Chef Jürgen Hubbert hatte sich zuversichtlich gezeigt, dass möglicherweise schon im Laufe des Tages eine Einigung über das Millionen-Sparpaket gefunden werden könnte, das die Konzernspitze verlangt. Der Betriebsrat äußerte sich zurückhaltender. Über den Stand der Gespräche ist Stillschweigen vereinbart worden.

Nach Angaben aus Unternehmenskreisen bahnt bis zum Wochenende eine Einigung an. Laut Unternehmenskreisen wird die Belegschaft Zugeständnisse von annähernd 500 Mill. Euro machen und damit nahe an das vom Daimler-Vorstand geforderte Volumen kommen. Im Gegenzug garantiere der Automobilhersteller in den Stammwerken Sindelfingen und Untertürkheim die Sicherung der Beschäftigung über den Lebenszyklus der neuen C-Klasse und E-Klasse.

Einer der Diskussionspunkte ist nach dpa-Informationen ein solidarischer Beitrag der gesamten leitenden Führungsebene des Autoriesen mit etwa 6000 Managern. Der bislang allein vom Konzernvorstand angebotene mögliche Gehaltsverzicht geht der Arbeitnehmerseite wohl nicht weit genug. Zudem werde über die Laufzeit einer Vereinbarung gerungen, war zu erfahren.

Daimler-Chrysler hatte von der Belegschaft Zugeständnisse über 500 Mil. Euro gefordert und ansonsten damit gedroht, die für 2007 geplante neue C-Klasse nicht mehr in Sindelfingen, sondern nur noch in Bremen und Südafrika produzieren zu lassen. Dies hätte einen Verlust von 6.000 Arbeitsplätzen im Stammwerk Sindelfingen zur Folge. Dabei stellte Mercedes-Vorstand Jürgen Hubbert auch tarifvertragliche Bestandteile zur Disposition, insbesondere solche die über die Regelungen des Werks Bremen hinausgehen. Konkret handelt es sich dabei um eine Erholzeit von 5 Minuten pro Stunde (Steinkühler-Pause) und Zuschläge für Spät- und Nachtschicht.

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