In den deutschen Werken fallen 8500 Stellen weg
Aufräumaktion kostet Daimler fast Milliarde

Nur vier Wochen nach seinem Amtsantritt setzt der neue Mercedes-Chef Dieter Zetsche zu ersten harten Einschnitten an. Er streicht 8500 Stellen. Doch wegen eines alten Vertrags wird das ziemlich teuer für den Konzern.

hz/mwb STUTTGART. Der Jobabbau wird das Ergebnis des Konzerns mit 950 Mill. Euro belasten. Der größte Teil davon soll bereits im vierten Quartal verbucht werden. Mit außerordentlichen Erträgen sowie durch Ergebnisverbesserungen im operativen Geschäft will Daimler dies jedoch wieder wettmachen. Die Gewinnprognose bleibe deshalb unverändert, hieß es.

Nach Informationen aus Unternehmenskreisen peilt Daimler als außerordentlichen Ertrag vor allem den Verkauf seines Tochterunternehmens MTU Friedrichshafen an. Der Dieselmotorenhersteller würde mehr als eine Mrd. Euro bringen – und die Kosten des Stellenabbaus damit mehr als kompensieren. Finanzvorstand Bodo Uebber wollte sich in einer Telefonkonferenz dazu nicht äußern.

Der Personalabbau kommt den Konzern so teuer zu stehen, weil das Unternehmen wegen eines Beschäftigungspakts bis 2012 keine betriebsbedingten Kündigungen aussprechen darf. Zetsche muss deshalb attraktive Abfindungen bieten, um die Mitarbeiter zu einem freiwilligen Ausscheiden zu bewegen. Daneben setzt der Konzern auf Altersteilzeitregelungen, Personalaustausch zwischen den Werken und Nichtbesetzung frei werdender Stellen. Vor allem die Standorte Sindelfingen und Bremen seien vom Stellenabbau betroffen, sagte Personalvorstand Günter Fleig.

Nach Konzernangaben soll in den nächsten zwölf Monaten jede neunte Stelle in der Mercedes-Produktion wegfallen. Bisher war inoffiziell in der Konzernzentrale in Stuttgart nur von bis zu 5000 Stellen die Rede. „Wir haben Kapazitäten, die angesichts der aktuellen Markt- und Wettbewerbssituation deutlich zu hoch sind“, erläuterte Zetsche die Maßnahmen in einem Brief an die Mitarbeiter. Es sei noch „ein langer und harter Weg“, bis Mercedes wieder wirklich wettbewerbsfähig sei. Die Börse reagierte auf den verschärften Sparkurs mit Beifall. Die Daimler-Aktie legte gestern um fast vier Prozent zu und markierte zeitweise ein Dreijahreshoch.

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