In Deutschland
Erfolgsgeschichten türkischer Unternehmer

Den Dönermann um die Ecke kennt jeder. Aber türkische Unternehmer sind in Deutschland längst nicht mehr auf gastronomische Nischen fixiert. Ob Informatikbranche oder Finanzwelt – es gibt viele türkische Erfolgsgeschichten in Deutschland.

WORMS/DÜSSELDORF. Worms ist eine der ältesten Städte Deutschlands. Von hier aus regierte Karl der Große sein Reich. Auch Ismet Koyun lebt und arbeitet in Worms. Vor 30 Jahren zog der Unternehmer von Corum, einem kleinen Ort in der Nähe von Ankara, nach Deutschland, um Informatik zu studieren. Schon als Student verdiente er sich Geld, indem er PCs kaufte und verkaufte. 1986 gründete Koyun dann Kobil.

Heute hat Kobil 60 Mitarbeiter. Das Unternehmen entwickelt und produziert Hard- und Software, die den Geldverkehr im Internet sicherer macht. Sogar Microsoft-Gott Bill Gates ist bereits auf die Produkte aus Worms aufmerksam geworden. Und Kobil-Chef Koyun blickt zuversichtlich in die Zukunft: „Der Markt für Sicherheitstechnologien ist noch jung und die Kobil-Produkte sind darauf führend.“

Kobil ist nicht die einzige Erfolgsgeschichte eines türkischen Unternehmers in Deutschland. 72 000 Unternehmen mit türkischem Hintergrund gab es 2007 hierzulande. Sie beschäftigten 350 000 Mitarbeiter und investierten acht Milliarden Euro. Ihr Umsatz betrug 36 Milliarden Euro. Das ergab eine Studie des deutsch-türkischen Unternehmerverbandes Atiad.

Türkische Unternehmer sind in allen Wirtschaftsbereichen tätig. Vorwiegend aber immer noch in der Gastronomie und im Einzelhandel. Durchschnittlich hat ein Betrieb fünf Mitarbeiter, wobei sich die Struktur der Angestellten in der Vergangenheit verändert hat. Früher beschäftigte ein türkischer Chef nur Türken. Heute sind deutsche Angestellte längst keine Ausnahme mehr.

Die Studie, die in Zusammenarbeit mit dem Beratungsunternehmen KPMG und dem Zentrum für Türkeistudien entstand, weist für die Zukunft einen positiven Trend auf: 2015 sollen demnach 120 000 Türken in Deutschland selbstständig sein und insgesamt 720 000 Arbeitsplätze schaffen. Das Investitionsvolumen steigt in der Projektion auf 66,5 Milliarden Euro. Auch andere Studien, zum Beispiel der Türkisch-Deutschen Industrie- und Handelskammer, belegen diesen Trend.

Musterbeispiel für ein erfolgreiches Unternehmen mit türkischen Wurzeln ist der Reiseanbieter Öger Tours. Hinter diesen Unternehmen steht Vural Öger, der in Berlin studierte und in Hamburg 1969 das Reisebüro Istanbul gründete. Heute besteht die Öger Group aus zwei Reiseveranstaltern und einem Fluganbieter. Deutschlandweit arbeiten 220 Menschen für die Öger Group, die 2006/2007 einen Umsatz von 722 Millionen Euro erwirtschaftete. Im vergangenen Touristikjahr verreisten 1,4 Millionen Urlauber mit dem Veranstalter – überwiegend in die Türkei.

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