In Norwegen
Siemens muss Bußgeld für Bestechungsreisen zahlen

Norwegens Wirtschafts-Kripo hat am Dienstag ein Bußgeld gegen eine Tochter des deutschen Siemens-Konzern über zwei Mill. Kronen (250 000 Euro) wegen Bestechungsreisen für drei hochrangige Militärs verhängt.

HB OSLO. In einem früheren Prozess gegen einen der Offiziere hatte ein Siemens-Manager zugegeben, dass das Unternehmen im Frühjahr 2004 Golf-Reisen für die Offiziere nach Alicante in Spanien für zusammen 60 000 Kronen bezahlt hat.

Siemens ist Lieferant von EDV-Systemen des norwegischen Militärs. Die Osloer Wirtschafts-Kripo wirft der Siemens-Tochter SBS seit längerem vor, den Staat jahrelang mit systematisch zu hoch angesetzten Rechnungen um mehr als 60 Mill. Kronen betrogen zu haben. Während die Tochter des deutschen Unternehmens einen Teil dieser Summe zurückbezahlt hat, wurde ein Bußgeldbescheid über neun Mill. Kronen abgewiesen.

Zu dem neuerlichen Bußgeldbescheid erklärte ein Unternehmensanwalt, man sehe keine Form von Bestechung. Siemens muss sich innerhalb von zwei Wochen erklären und bei einer Ablehnung mit einem Gerichtsverfahren rechnen. Ausgelöst hatte den gesamten Skandal der frühere norwegische Siemens-Finanzmanager Per-Yngve Monsen. Er gab 2004 als so genannter Whistle-Blower (Informant) sein Wissen über systematisch betriebene Ansetzung zu hoher Rechnungen an norwegische Medien weiter.

Norwegens Verteidigungsministerin Anne-Grete Strøm Erichsen erklärte im vergangenen Sommer, Siemens werde wegen seine Rechnungspraktiken keine weitere Aufträge des Verteidigungsministeriums mehr erhalten. Sie sagte: "Unser Vertrauen in Siemens ist weg."

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