In Osteuropa versprechen Zukäufe noch Profit
Lackindustrie nutzt Chancen im Osten

Die Erweiterung der Europäischen Union bietet der Chemischen Industrie Chancen vor der eigenen Haustür. Besonders profitieren die Hersteller von Farben und Lacken von der neuen Nachfrage aus Ost- und Südosteuropa.

DÜSSELDORF. Mit vergleichsweise geringen Investitionen und einer für die Chemie seltenen Nähe zum Endverbraucher haben sich Konzernsparten und kleine Spezialisten in den neuen Märkten etabliert.

„Im Westen liegt der Pro-Kopf-Verbrauch über 15 Litern im Jahr, in Osteuropa sind es allenfalls fünf bis sieben Liter", sagt das für Farben und Lacke zuständige Vorstandsmitglied der Akzo Nobel NV, Rudy van der Meer. Die Wachstumsraten lägen mit 5 % bis 10 % dementsprechend höher, wenn auch nicht so hoch wie etwa in China. „Das bringt gute Gelegenheiten zum Einstieg in lokale Märkte mit sich“, sagt er.

Akzo Nobel Coatings, mit 5,2 Mrd. Euro Spartenumsatz und 431 Mill. Euro operativen Erträgen Weltmarktführer bei Farben und Lacken, hat sich schon Mitte der neunziger Jahre im Osten etabliert. In Polen erwarb man Nobiles Kujawska, in Ungarn übernahm man die Anteile des lokalen Partners Tiszai Vegyi in einem Joint Venture.

Auch die BASF Coatings-Sparte, die mit 2 Mrd. Euro Umsatz ebenfalls zu den Großen am Weltmarkt zählt, aber stärker auf Industriekunden fokussiert ist als viele Wettbewerber, hat die EU-Neumitglieder im Blick. „Auch in Osteuropa bauen wir unsere Marktposition aus“, sagte Spartenchef Jean-Pierre Monteny kürzlich dem Fachblatt „Chemical Week“.

Das gilt auch für kleinere Spieler und Spezialisten am Markt. Die finnische Tikkurila Oy, macht weltweit derzeit nur knapp eine halbe Mrd. Euro Umsatz, ist aber einer der führenden Spieler in Osteuropa und in den Nachfolgestaaten der früheren Sowjetunion. In Russland ist die Gruppe mit über 100 Verkaufsbüros sogar in Sibirien vertreten, die Marke ist bekannt. „In Osteuropa bringen Akquisitionen und verstärkte Verkaufsbemühungen noch Profit“, sagte Vorstandschef Visa Pekkarinen vor Journalisten.

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