In Rüsselsheim wird wieder gearbeitet
GM plant neue Struktur für Europageschäft

Die Adam Opel AG sowie die übrigen europäischen Autotöchter von General Motors (GM) werden möglicherweise ihren Status als eigenständige Unternehmen verlieren und künftig nur noch als Marken bestehen. Unterdessen haben mit Beginn der Frühschicht um 5.45 Uhr die Opel-Mitarbeiter in Rüsselsheim nach knapp einer Woche Zwangspause am Montag wieder die Arbeit aufgenommen.

HB RÜSSELSHEIM/FRANKFURT. „Ab heute läuft alles wieder regulär“, bestätigte der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Peter Klein. Nach einem mehrtägigen wilden Streik der Opel-Mitarbeiter in Bochum gegen das geplante radikale Sparprogramm von General Motors musste die Vectra-Fertigung in Rüsselsheim in der vergangenen Woche wegen fehlender Zulieferungen gestoppt werden. Auch in den Werken Antwerpen und dem britischen Ellesmere Port waren die Bänder aus Mangel an Teilen abgeschaltet worden.

Der Gesamtbetriebsrat will heute (Montag) mit dem Opel- Mutterkonzern General Motors die Verhandlungen über den Sanierungsplan weiter fortsetzen. General Motors plant europaweit 12 000 Stellen zu streichen, davon 10 000 in Deutschland. Im Zuge der Sanierungsgespräche wird auch über eine neue Gesellschaftsform für das defizitäre Europageschäft verhandelt, um die Konzernstrukturen zu vereinfachen und Kosten zu senken.

Die rund 100 Töchter würden in der erwogenen Europäischen Aktiengesellschaft aufgehen, hieß es laut Informationen der "Welt am Sonntag". Ermöglicht würde die Änderung der Gesellschaftsform durch eine Richtlinie der Europäischen Union (EU), die seit Anfang Oktober in Kraft ist. Die Regeln, die aber erst von sechs EU-Staaten auf nationaler Ebene umgesetzt wurden, soll es für Unternehmen leichter und billiger machen, ihre Geschäftsaktivitäten über die europäischen Grenzen hinweg auszudehnen.

Sollten sich Arbeitnehmervertretung und GM-Führung einigen, würde die Rechtsform auch der Rüsselsheimer Tochter Adam Opel AG aufgelöst. „Übrig bleibt aber der Opel-Schriftzug auf den Autos“, wird ein hochrangiger GM-Manager zitiert.

„Die neue Rechtsform kann die bislang komplizierten Strukturen entbehrlich machen. Das Unternehmen spart dadurch Geld“, sagte Opel-Betriebsratschef Klaus Franz. Die Arbeitnehmer versprechen sich laut Franz Vorteile von der Änderung. Der Betriebsrat würde künftig direkt mit der Europa-Führung verhandeln, wo alle Entscheidungen getroffen werden.

Als Sitz für die Zentrale der neuen GM-Europa-AG werde Brüssel favorisiert. Bislang ist GM Europe in Zürich ansässig. Das Opel-Management ist dem Vernehmen nach nicht an den Gesprächen über die neue Gesellschaftsform beteiligt. Ein Opel-Sprecher wollte sich nicht zu den Verhandlungen über die Konzernstruktur äußern.

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