In- und ausländische Produzenten profitieren von der starken Nachfrage der Auto-, Textil- und Baubranche
Durchmarsch im Reich der Mitte

China gewinnt immer stärker an Bedeutung als Abnehmer und Produktionsstandort für die Weltchemieindustrie. Das unterstreichen Pläne des Branchenführers BASF, der am Dienstag einen weiteren Ausbau seiner China-Aktivitäten ankündigte.

NANJING. Bis Ende des Jahrzehnts will der Ludwigshafener Konzern die Hälfte seines Asiengeschäfts und ein Zehntel seines Gesamtumsatzes in China erzielen. Dazu soll die lokale Produktion mehr als zwei Drittel beitragen.

Insgesamt will der Chemiekonzern in den kommenden Jahren ein Fünftel seiner Sachinvestitionen oder rund eine Milliarde Euro nach Asien dirigieren. Der Löwenanteil davon dürfte auf China entfallen, wo die BASF bereits als größter ausländischer Chemieinvestor gilt.

Kernelement für die China-Strategie des Konzerns bildet dabei das 2,4 Mrd. Euro teure Chemiewerk, das die BASF zusammen mit der chinesischen Gruppe Sinopec in Nanjing errichtete. Der chinesische Standort, die bisher größte Einzelinvestition der BASF, hat die Produktion bereits aufgenommen und wird am Mitwoch offiziell eingeweiht. Mit dem Partner Sinopec verhandele man nun über weitere Projekte, sagte BASF-Chef Jürgen Hambrecht.

BASF ist damit zwar besonders stark in China engagiert, letztlich aber kein Einzelfall. Auch eine Reihe anderer Chemiekonzerne, darunter Bayer, Lanxess, Degussa, die US-Konzerne Dupont und Dow, sowie die Ölkonzerne Shell und BP arbeiten inzwischen intensiv am Ausbau ihrer Aktivitäten. Bayer etwa investiert stark in neue Anlagen für Kunststoffe. Die niederländische Akzo-Gruppe will eine führende Position als Lacke-Anbieter aufbauen.

Auslöser für den Run ins "Reich der Mitte" ist vor allem das stürmische Wachstum von Abnehmerbranchen wie Automobil-, Textil- und Bauindustrie, die in hohem Umfang Kunststoffe und andere Chemieprodukte verarbeiten. Inzwischen gilt China bereits als zweitgrößter Einzelmarkt für die Chemiebranche nach den USA. Und Analysten der Deutschen Bank gehen davon aus, dass der Chemiebedarf des Landes bis 2015 um jährlich zehn Prozent oder mehr als dreimal so stark wachsen wird wie der globale Chemiemarkt. Dabei wird das Land nach Erwartung der meisten Branchenkenner ein Netto-Importeur von Chemieprodukten bleiben.

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