In Wuppertal fallen 440 Stellen weg
Bayer baut 560 Stellen ab

Bayer streicht im Zuge des Umbaus der Pharmaforschung weltweit 560 Arbeitsplätze. Allein am Standort Wuppertal seien von den Anpassungsmaßnahmen 440 Stellen betroffen, teilte Bayer am Donnerstag in Leverkusen mit.

HB FRANKFURT. Das ist etwa jeder siebte Arbeitsplatz. In Zukunft forsche das Unternehmen auf den Gebieten Krebs und Herzkreislauf-Erkrankungen einschließlich Diabetes in West Haven (USA) und Wuppertal. Damit setze Bayer HealthCare den Weg zur Neuausrichtung der Pharma-Aktivitäten konsequent fort. Betriebsbedingte Kündigungen werde es in Deutschland auf Grund der Standortsicherungsvereinbarung nicht geben, hieß es. Es sei vielmehr geplant, den Stellenabbau sozialverträglich zu gestalten und individuelle Lösungen für die betroffenen Beschäftigten zu finden. Im Wuppertaler Forschungszentrum liegt der Schwerpunkt der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten auf den Gebieten Herzkrankheiten und Thrombose. Nach dem Stellenabbau sind bei Bayer an den beiden Forschungsstandorten noch rund 2200 Menschen beschäftigt.

Ende 2003 hatte Bayer mitgeteilt, dass das Forschungszentrum im japanischen Kyoto geschlossen wird. Die Neuordnung steht im Zusammenhang der Lipobay-Affäre, die den Konzern im August 2001 in eine tiefe Krise gestürzt hatte. Der Cholesterin-Senker war vom Markt genommen worden, weil er im Verdacht stand, für den Tod von 100 Patienten mit verantwortlich zu sein. Nach vergeblicher Partnersuche wurde der Anspruch, im Pharmageschäft mit an der Weltspitze zu agieren, fallen gelassen. Die Sparte will Bayer nun im Alleingang zu einem wichtigen mittelgroßen europäischen Unternehmen entwickeln. "Mit der jetzt beschlossenen Pharmaforschungs- und Entwicklungsstrategie ... sind wir auf dem richtigen Wege zur Fokussierung unseres Geschäfts", erklärte Pharma-Chef Wolfgang Plischke. Mittelfristig soll das Forschungsbudget auf einem Niveau von 20 Prozent des Pharma-Umsatzes liegen. Bayer hatte 2003 in dem Bereich insgesamt 4,7 Milliarden Euro umgesetzt. Das war mehr als die Hälfte des gesamten Umsatzes von Bayer HealthCare.

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