InBev und SABMiller
Schwellenländer machen Brauern Freude

Im abgelaufenen Quartal haben die beiden weltgrößten Bierbrauer ihren Gewinn kräftig gesteigert. InBev aus Belgien und SABMiller aus Großbritannien haben dabei vor allem von ihrem großen Engagement in Wachstumsmärkten wie Lateinamerika oder Osteuropa profitiert.

HB BRÜSSEL/LONDON. Marktführer InBev mit Marken wie Franziskaner, Diebels und Hasseröder hat sich seit einem Jahrzehnt ein rasantes Wachstum auf die Fahnen geschrieben, wozu auch die Übernahme der einst norddeutschen Beck's 2002 gehörte. Den einstigen Branchenprimus Anheuser-Busch aus den USA hat InBev inzwischen abgehängt. Im abgelaufenen Quartal trug vor allem die 2004 zugekaufte AmBev aus Brasilien zum Wachstum bei, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Auch Brauer in Russland und China gehören zum InBev-Imperium.

SABMiller mit in Deutschland eher unbekannten Marken wie Miller Lite, Castle und Peroni hatte seine Basis in Südafrika und benachbarten Regionen, bevor es nach Osteuropa und China und zuletzt Südamerika expandierte. 85 % des Gewinns sollen künftig aus den Schwellenländern kommen. Die guten Geschäfte dort glichen im vergangenen Quartal sinkende Gewinne in den USA mehr als aus. Zwar rechnete SABMiller angesichts höherer Energiepreise, steigender Werbe-Ausgaben und negativer Wechselkurs-Entwicklungen mit einem schwierigen zweiten Geschäftshalbjahr. Der Gesamtausblick bleibe aber positiv.

In den USA, dem weltgrößten und profitabelsten Biermarkt, herrscht ein heftiger Preiskampf. Auch Volumenzuwächse gibt es nicht mehr. Dies ist nach Einschätzung von Branchenkennern auch die Ursache dafür, dass Anheuser-Busch seine führende Position verloren hat. „InBev und SABMiller haben sich auf Wachstumsmärkte in Schwellenländern konzentriert und hatten keine Angst, für große Zukäufe auch eigene Aktien als Zahlungsmittel in die Hand zu nehmen“, sagte ein Analyst. „Anheuser-Busch hingegen hat dagegen weitgehend am US-Markt geklebt, was sich nun negativ bemerkbar macht.“

Anheuser hatte im dritten Quartal einen Gewinnrückgang ausgewiesen. In den USA - dort hat Anheuser einen Marktanteil von rund 50 % - hatte der Konzern zuletzt versucht, mit Preisnachlässen die Nachfrage anzukurbeln. International ist Anheuser weitgehend auf ein Engagement in China beschränkt.

Auch die Nummer vier der Bierbranche, Heineken mit Sitz in Amsterdam, bleibt bislang hinter dem Expansionsdrang von InBev und SABMiller zurück. Grund dafür sind die Besitzverhältnisse. Die Familie Heineken, die eine Kontrollmehrheit an dem Unternehmen hält, tut sich bislang schwer damit, für größere Zukäufe Heineken-Aktien einzusetzen, weil dadurch der Familien-Anteil verwässert würde.

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