Indirekte Kritik am Nachfolger
Ex-EnBW-Chef wirft EdF Wortbruch vor

Der ehemalige Vorstandschef der Energie Baden-Württemberg (EnBW), Gerhard Goll, hat dem EnBW-Großaktionär Electricite de France (EdF) vorgeworfen, finanzielle Zusagen nicht eingehalten zu haben.

Reuters STUTTGART. Der im Mai in den Ruhestand gegangene Goll sagte in einem Interview mit der Stuttgarter Zeitung (Dienstagausgabe), er habe seinen kritisierten milliardenteuren Expansionskurs im Vertrauen auf das Versprechen des französischen Staatskonzerns gefahren, die EnBW finanziell zu stützen. „Bis heute hat die EnBW von der EdF keinen Cent erhalten“, zitierte ihn die Zeitung. „Wir sind immer wieder vertröstet worden.“ Der drittgrößte deutsche Stromversorger leidet unter einer Eigenkapitalquote von nur sechs Prozent. Die EdF hält 34,5 % an EnBW, gilt aber als deren beherrschender Anteilseigner.

Indirekte Kritik übte Goll auch an seinem Nachfolger Utz Claassen, der vor kurzem für das erste Halbjahr einen Verlust von fast einer Milliarde Euro ausgewiesen hatte und das mit mehr als einer Milliarde Euro an „Altlasten“ begründete. „Ich glaube nicht, dass der Halbjahresabschluss so ausgefallen wäre, wenn ich weitergearbeitet hätte, sagte der 61-jährige Goll. „Der Konzern sei „im Kern gesund“ und habe Potenzial für die Zukunft - „wenn er nicht durch systematisches Schlechtreden an die Wand gefahren wird“, warnte er.

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