Indirekte Kritik
Thomas Enders warnt vor öffentlicher Posten-Diskussion bei EADS

Der künftige EADS-Co-Chef Thomas Enders hat vor einer weiteren öffentlichen Diskussion um Posten und interne Strukturen bei dem europäischen Luft- und Raumfahrtkonzern gewarnt.

HB MÜNCHEN. Damit kritisierte der bisherige Chef der Verteidigungssparte indirekt Noel Forgeard, der künftig an seiner Seite den Konzern leiten wird und sich bereits mehrfach für Änderungen ausgesprochen hat. „Alle wesentlichen Fragen werden in den Gremien und nicht in der Öffentlichkeit getroffen“, sagte Enders in einem Interview mit der Tageszeitung „Die Welt“ (Mittwochausgabe). Er werde alle nötigen Entscheidungen mit Forgeard vorbereiten. „Und ich gehe davon aus, dass wir dies in der gebotenen Ruhe und Diskretion tun werden.“ Er habe den Eindruck, dass in den vergangenen Wochen völlig in Vergessenheit geraten sei, welche Erfolge die EADS in den vergangenen Jahren gehabt habe.

Forgeard, bislang Chef der EADS-Tochter Airbus, war nach einem wochenlangen Machtkampf mit Unterstützung von Teilen der französischen Regierung an die Spitze des EADS-Konzerns gelangt und hatte damit seinen Vorgänger Philippe Camus verdrängt. Bereits vor gut zwei Wochen hatte der zweite Vorstandschef, Rainer Hertrich, seinen Rückzug angekündigt und hierfür private Gründe genannt. Sein Verhältnis zu Forgeard gilt allerdings als angespannt - womöglich wollte er künftigen Konflikten mit dem Franzosen ausweichen. Enders wird Hertrich im Sommer ersetzen. Forgeard hatte sich unmittelbar nach seiner Ernennung dafür ausgesprochen, die Rolle der EADS zu prüfen und neu zu definieren. Auch müsse es keine in Stein gemeißelte Regel sein, dass wie bislang ein Deutscher an einen Franzosen und umgekehrt berichte. Darüber hinaus hat sich der französische Manager mehrfach für eine Abschaffung der deutsch-französischen Doppelspitze ausgesprochen - war damit aber am Veto von Großaktionär Daimler-Chrysler gescheitert.

Unterdessen bekräftigte der bei Airbus für den Bau des Superjumbos A380 zuständige Chefingenieur Charles Champion, dass die Mehrkosten von bis zu 1,45 Milliarden Euro ein Maximalwert seien. „Das Geld ist nicht ausgegeben“, sagte er dem „Wall Street Journal“. Airbus verliere kein Geld. Die Zahl werde sich womöglich als falsch erweisen. Hertrich hatte die Mehrkosten erst kürzlich erstmals beziffert.

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