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07.03.2008 

Industriebetriebe, die in der Logistik mehr auf die Straße setzen, haben bei Bahnstreiks zwar tendenziell größere Reserven. Doch wer in ein empfindliches Zuliefernetzwerk eingebunden ist, kann trotzdem fast nie sicher sein, verdeutlicht eine Analyse des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall: Mit der für ein Hochlohnland typischen Spezialisierung habe sich die deutsche Industrie zu einem "komplizierten Räderwerk" entwickelt, die Wertschöpfung von kleinen, mittleren und großen Betrieben greife eng ineinander.

Daher gelte: "Wenn die Logistikkette reißt, steht kurz darauf die Produktion still." Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) rechnet vor, dass zwar ein dreitägiger Bahnstreik noch keine schweren Folgen hat - mit jedem Tag mehr drohe der Schaden dann aber explosiv zuzunehmen.

Eine Sprecherin der GDL bestätigte gestern zwar, dass Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) im Bemühen um Deeskalation mit Gewerkschaftschef Manfred Schell telefoniert habe. Eine Lockerung der Fronten war aber nicht erkennbar: Die GDL will streiken, falls die Bahn den vorliegenden Tarifvertrag mit elf Prozent Gehaltserhöhung nicht unterschreibt.

Genau das lehnt die Bahn jedoch ab, solange nicht auch Grundregeln über die zukünftige Zusammenarbeit der Tarifparteien im Konzern fixiert sind. Personalvorstand Margret Suckale rief die GDL auf, ihre "Verweigerungshaltung" aufzugeben.

Parallel wurden in Potsdam die Tarifgespräche im öffentlichen Dienst fortgesetzt. Auch dort gab es bis Redaktionsschluss keine greifbare Bewegung der Fronten. Zugleich setzte Verdi die Streiks fort, diesmal mit Schwerpunkt Süddeutschland. Auch bei den Berliner Verkehrsbetrieben legte der dortige Arbeitskampf den Betrieb wieder ganztägig lahm.

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