Industrie
GE streckt Wachstumsziele in Deutschland

Mit dem Verkauf von Gasturbinen, Flugzeugtriebwerken und Medizintechnik hat Siemens-Konkurrent General Electric seinen Umsatz in Deutschland angekurbelt. Allerdings spürt GE hierzulande den Mangel an Ingenieuren.
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BerlinDer US-Konzern General Electric (GE) ist im vergangenen Jahr im Heimatmarkt des Konkurrenten Siemens zweistellig gewachsen. Angesichts der Konjunkturabkühlung werde es aber etwas länger dauern als geplant, bis GE in Deutschland die angepeilte Größe schaffe, sagte GE-Europachef Nani Beccalli-Falco der Deutschen Presseagentur (dpa). Bisher hatte er den Umsatz mittelfristig verdoppeln wollen.

Der Europa-Umsatz von GE einschließlich Bankgeschäft sei auf knapp 30 Milliarden US-Dollar (rund 22 Milliarden Euro) gestiegen bei 85 000 Beschäftigten. Die größten Anteile der Erlöse stammten aus Großbritannien und Frankreich, „Deutschland ist Nummer drei“, sagte Beccalli-Falco. GE habe die Mitarbeiterzahl in Deutschland inzwischen auf 7500 aufgestockt und gewinne Marktanteile vor allem im Bereich Energie und Gesundheit. Zahlen zu Umsatz und Auftragseingang nannte er nicht.

„Der große Treiber des Geschäfts 2013 ist Energie“, sagte Beccalli-Falco. Die Energiewende schaffe neue Spielregeln und eröffne bisher kleineren Anbietern neue Chancen, etwa Gasturbinen, Gasmotoren oder Windräder zu verkaufen. Sehr wichtig sei auch der Verkauf von Flugzeug-Triebwerken an die Lufthansa und Air Berlin. Bei der Medizintechnik liegt GE in Deutschland hinter Siemens zurück. Aber das Geschäft beginne zu wachsen, sagte Beccalli-Falco. Durch die Werbekampagne „Wir sind das GE in GErmany“ sei das Unternehmen auch bei der Bevölkerung bekannter geworden.

In Frankreich, beim Industriegeschäft der größte europäische Markt für GE, sei das Geschäft zufriedenstellend, aber die Zukunft des Landes sei gegenwärtig eine Gratwanderung. Einen industriellen Aufschwung sagte Beccalli-Falco den USA voraus. Mit Schiefergas und -öl werde das Land in wenigen Jahren der größte Energieproduzent der Welt sein. Energieintensive Branchen wie die Chemieindustrie investierten in den USA. GE werde einen großen Teil des Kuchens abbekommen.

Anders als Siemens will GE an seiner Lichtsparte festhalten. Der Wettbewerb vor allem aus China sei sehr intensiv, aber für den technischen Sprung zum Halbleiter-Licht LED investiere GE kräftig in den USA und in Asien.

Fachkräfte zu finden sei für GE in Europa kein Problem, allerdings spüre GE in Deutschland die Knappheit von Ingenieuren. „Als globales Unternehmen haben wir auch einen globalen Blick auf den Arbeitsmarkt“, sagt Beccalli-Falco. In Osteuropa gebe es gegenwärtig genügend gut ausgebildete Ingenieure.

General Electric erzielte im vergangenen Jahr weltweit einen Umsatz von 147 Milliarden Dollar, davon 101 Milliarden im Industriegeschäft. Der Gewinn ging um 4 Prozent auf 13,9 Milliarden Dollar zurück.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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