Industrie gibt sich gelassen
Zweifel an dritter Tranche für Eurofighter

Kurz nachdem der Bundestag grünes Licht für den Kauf weiterer 68 Kampfflugzeuge des Typs Eurofighter gegeben hat, wachsen die Zweifel, ob es 2008 zur Bestellung der verabredeten dritten Tranche kommen wird.

ink/tom BERLIN. Nach Informationen des Handelsblattes hat der Bundesrechnungshof vergangene Woche den Haushältern des Bundestages vorgerechnet, dass die Produktion der ersten beiden Tranchen so teuer wird, dass die Industrie die letzten 68 Flugzeuge für einen Durchschnittspreis von rund 20 Mill. Euro produzieren müsste. Der Grund: Die Industrie habe sich verpflichtet, dass die 1997 festgelegte Kostenobergrenze für alle 180 Flugzeuge eingehalten werden muss.

„Viele Kritiker des Projektes haben der zweiten Tranche deshalb wohl mit Augenzwinkern zugestimmt“, sagte CDU-Haushälter Dietrich Austermann dem Handelsblatt. Etliche Abgeordnete vermuten, dass die Wirtschaft nun von sich aus auf Neuverhandlungen dringen wird. Die Industrie sieht der dritten Tranche dagegen gelassen entgegen: „Es ist viel zu früh, sich damit zu beschäftigen“, sagte ein Sprecher der Eurofighter GmbH. Die Entscheidung über die Ausgestaltung des letzten Kaufloses falle erst 2008. Das Konsortium, zu dem EADS und BAE Systems zählen, geht zudem davon aus, bei den reinen Produktionskosten innerhalb des vereinbarten Rahmens bleiben zu können, der Ende 2003 bei 13,3 Mrd. Euro lag.

Eine Preisgleitklausel sieht zudem eine jährliche Erhöhung des Gesamtkostenrahmens vor. Parteiübergreifend kritisierten Abgeordnete, dass der Steuerzahler die Verzögerungen bei der Auslieferung des Eurofighters zahlen müsse. Nach Informationen des Handelsblattes hat das Verteidigungsministerium wegen der Verzögerungen erstmals sieben Millionen Euro von Überweisungen an die Industrie abgezogen.

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