Industrie
Handelskonzerne begrüßen Pläne zur Freigabe des Ladenschlusses

dpa-afx DÜSSELDORF/KÖLN. Deutschlands führende Handelskonzerne Metro und Rewe begrüßen die Pläne von Bundesländern, den Ladenschluss an Werktagen freizugeben. "Die Metro begrüßt neue Möglichkeiten der Ladenöffnung und prüft im Einzelnen vor Ort, in welche Maß man von neuen Regelungen Gebrauch macht", sagte ein Sprecher des Düsseldorfer Konzerns der dpa.

Ein Sprecher der Rewe-Gruppe sagte auf Anfrage: "Die Kunden erwarten attraktive Einkaufszeiten." Deutschlands zweitgrößter Handelskonzern will bei einer gesetzlichen Freigabe der Öffnungszeiten an Werktagen einen späteren Ladenschluss prüfen.

Im Metro-Konzern sei eine Veränderung der Ladenöffnungszeiten grundsätzlich eine Entscheidung der Geschäftsführer oder Marktleiter vor Ort. Sie müssten herausfinden, ob es Sinn mache, den Markt länger zu öffnen. Dies sei eher in Metropolen als in ländlichen Gebieten vorstellbar. "Am Ende muss es sich rechnen", betonte der Sprecher. Zur Metro gehören auch Kaufhof, Real sowie Media Markt und Saturn.

"Wir werden das auf jeden Fall prüfen", sagte ein Rewe-Sprecher zu Plänen von Bundesländern, den Ladenschluss an Werktagen freizugeben. Die Rewe habe sich schon in der Vergangenheit dafür eingesetzt, dass die Kunden dann einkaufen können, wenn es zu ihrem Lebensrhythmus passe. "Wenn der gesetzliche Rahmen geschaffen ist, werden wir uns mit den Sozialpartnern an einen Tisch setzen und die Köpfe zusammenstecken."

Die Rewe habe mit ihren längeren Öffnungszeiten zur Fußball-WM - die Mehrzahl der Supermärkte hatte an Werktagen bis 22.00 Uhr geöffnet - positive Erfahrungen gemacht. "Wir sind unter dem Strich zufrieden." In den Märkten nahe der Stadien und in Innenstädten seien deutliche Umsatzzuwächse erzielt worden. In anderen Märkten sei es eher zu Umsatzverschiebungen gekommen. Dieser Umsatz wäre aber ohne längere Öffnungszeiten unter Umständen bei der Konkurrenz gelandet.

Besonders der Absatz an Getränken sei in den vergangenen Wochen nach oben geschnellt. "Man merkt schon, dass bei hohen Temperaturen der Trend eher zu alkoholfreien Getränken geht", erläuterte der Rewe-Sprecher. Aber auch Bier, Biermischgetränke, Grillfleisch und Snacks seien stärker als üblich von den Verbrauchern gekauft worden. Trotz der Sonderfaktoren - der Fußball-WM und der langen Schönwetterperiode - zeige dies, dass attraktive Öffnungszeiten bei den Kunden ankämen.

Der Textil- und Bekleidungsfachhandel stand dagegen wegen der großen Fußballbegeisterung im Abseits. Weder tagsüber noch in den nur teilweise genutzten zusätzlichen Öffnungszeiten am Wochenende und am späten Abend seien mehr Anzüge, Herrenhemden, Blusen oder Kostüme gekauft worden, sagte der Hauptgeschäftsführer des Branchenverbandes BTE, Jürgen Dax. Insofern sei das Experiment der Verlängerung der Ladenöffnungszeiten zumindest für den Textilfachhandel kein Gewinn.

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