Industrie
Maschinenbauer auf Rekordkurs

Die Deutschen Maschinenbauer erwarten für 2018 ein Produktionsplus von drei Prozent – und damit den höchsten Stand seit 2008. Doch in einigen Bereichen wird es schwerer, die Konkurrenz aus Asien auf Distanz zu halten.
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DüsseldorfDer Erfolg hat die Unternehmen selbst überrascht: Über Jahre dümpelte die Produktion bei den deutschen Maschinen- und Anlagenbauern nur so vor sich hin, 2016 gab es gerade mal einen minimalen Zuwachs von 0,1 Prozent. Doch seit Jahresanfang laufen die Geschäfte wieder – und das trotz aller politischen Wirrnisse in den USA, Großbritannien oder jüngst in Spanien.

In diesem Sommer hob der Branchenverband VDMA bereits seine Prognose für 2017 auf preisbereinigt plus drei Prozent im Vergleich zum Vorjahr an. Für das kommende Jahr erwartet die Schlüsselindustrie einen Zuwachs in gleicher Größenordnung. Das würde die Produktion auf neue Rekordwerte hieven.

Gestützt wird der Optimismus der Branche nun von einer umfangreichen Studie der Commerzbank, die am Donnerstag veröffentlicht wurde. Auch sie geht von einem Wachstum in der Größenordnung von drei Prozent aus. Auslöser seien die robuste konjunkturelle Entwicklung im In- wie im Ausland sowie höhere Investitionen der Unternehmen. „China und andere Schwellenländer werden vor dem Hintergrund zunehmender Industrialisierung auch künftig Produkte deutscher Maschinenbauer nachfragen“, heißt es in der Studie. Der Bedarf an Spezial- und Systemlösungen im High-Tech-Bereich werde weiter zunehmen.

Insgesamt läuft das Geschäft der mittelständisch geprägten Branche mit mehr als einer Million Beschäftigten inzwischen auf Hochtouren. Im Sommer lag die Kapazitätsauslastung erstmals seit 2012 wieder über dem langjährigen Durchschnitt, hieß es zuletzt beim VDMA.

Im größten Absatzmarkt Deutschland rechnet der Verband mit einer verstärkten Nachfrage. Mittlerweile seien die Kapazitäten in der Industrie so stark ausgelastet wie seit 2008 nicht mehr, hieß es. Es mehrten sich bei Kunden bereits Klagen über Engpässe bei Maschinen und Anlagen. In China wird sich nach VDMA-Einschätzung das zuletzt zweistellige Wachstumstempo bei den Exporten nicht halten lassen. Für 2018 rechnet der Verband mit einem Zuwachs der Ausfuhren in die Volksrepublik „in prozentual mittlerer einstelliger Höhe“.

Für den größten Exportmarkt USA geht die Prognose der Commerzbank von einem weiter soliden Wachstum aus, trotz vieler Unsicherheiten über den Kurs der Trump-Regierung. Auch die verstärkt auftretenden protektionistischen Tendenzen, der unsichere Verlauf der Brexit-Verhandlungen sowie die zahlreichen politischen Krisenherde wie Syrien, Nordkorea oder die Ostukraine bleiben Risikofaktoren.  „Daher wird das Wachstum 2018 keine stärkere Dynamik erreichen, es wird sich lediglich regional verschieben“, sagte VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers.

So mahnen die Commerzbank-Experten die erfolgsverwöhnte Branche, sich verstärkt dem Segment weniger anspruchsvoller Maschinen (Mid-Tech) zuzuwenden und dieses nicht der Konkurrenz aus Asien, insbesondere China zu überlassen. „Für deutsche Produzenten ist es durchaus lukrativ, das Engagement im Mid-Tech-Segment auszuweiten. Dafür müssen sie Produktionskosten senken und gleichzeitig überlegenes Know-how nutzen, das viele ihrer Konkurrenten aus dem Low-Tech-Bereich noch nicht haben“, sagte Industriespezialist Alexander Mann. So könnten die deutschen Hersteller den Markteintritt von asiatischen Wettbewerbern in den Mid-Tech-Bereich erschweren und ihre Marktanteile in den Ländern verteidigen.

Schließlich liegt der Exportanteil deutscher Betriebe im Durchschnitt bei über 60 Prozent des Umsatzes, die Spitzenwerte erreichen 90 Prozent und mehr. Deutsche Maschinenbauer spielen in nahezu allen Zweigen der Branche eine wichtige Rolle auf dem Weltmarkt. In 14 Teilbranchen wie etwa Antriebs- oder Fördertechnik, Werkzeugmaschinen oder Landtechnik belegen die Unternehmen Spitzenpositionen. 

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