Industrie muss steigende Kosten verkraften
Gashändler drehen erneut an der Preisschraube

Die steigenden Gaspreise werden zunehmend zur Belastung. Der Verband der industriellen Energie- und Kraftwirtschaft (VIK), der die Großkunden aus der Industrie vertritt, schätzt, dass die Gaspreise zum Jahresanfang um 15 bis 20 Prozent höher liegen werden als ein Jahr zuvor.

HB DÜSSELDORF. Wie ein Sprecher des VIK auf Anfrage des Handelsblatts mitteilte, planen die Gashändler zum Jahreswechsel eine weitere Preisrunde: Deutschlands Branchenführer Eon Ruhrgas will bei seinen Großkunden Erhöhungen von mindestens zwölf Prozent durchsetzen. Auch der zweitgrößte deutsche Gasversorger Wingas will höhere Kosten weitergeben, allerdings nicht zum Jahreswechsel. Bei der EnBW Gas in Karlsruhe steht dagegen nach Angaben eines Sprechers derzeit keine Entscheidung über eine Preisveränderung an.

Bereits im Herbst hatten die Gashändler die Preise für Industriekunden und Kommunalversorger zum Teil kräftig erhöht. Sie begründen dies mit dem drastischen Anstieg des Ölpreises in den vergangenen Monaten. Der Gaspreis ist traditionell an die Vorgaben vom Ölmarkt gekoppelt und gibt diese zeitlich verzögert und geglättet wieder. Zwar ist der Ölpreis zuletzt wieder etwas gesunken, wegen der Zeitverzögerung schlagen sich auf dem Gasmarkt jetzt aber erst die Höchststände nieder. „Die Preise entwickeln sich entsprechend vertraglich vereinbarter Preisformeln“, erklärte eine Ruhrgas-Sprecherin.

Wie genau die Industriekunden betroffen seien, lasse sich schwer abschätzen, weil die individuellen Verträge sehr unterschiedlich gestaltet seien, heißt es beim VIK. In den langfristigen Verträgen sind unterschiedliche Fristen festgeschrieben, nach denen die Gastarife angepasst werden.

Eon Ruhrgas beispielsweise berechnet die Preise zumeist mit einer Verzögerung von drei Monaten anhand einer Referenzperiode von ebenfalls drei Monaten. Für die Preisrunde am ersten Januar ist deshalb der Ölpreis der Monate Juli, August und September maßgeblich – als er besonders hoch gelegen hatte. Konkurrenten geben ihre Kosten dagegen zum Teil auch monatlich weiter.

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