Industrie
Salzgitter verkauft Vallourec-Anteil - Buchgewinn eine Mrd

dpa-afx SALZGITTER. Der Stahlkonzern Salzgitter strebt mit dem Verkauf seines kompletten Anteils an der französischen Vallourec einen größeren finanziellen Spielraum für Akquisitionen an. "Wir planen, die Veräußerungserlöse kurz- bis mittelfristig in Übernahmen zu investieren", sagte ein Unternehmenssprecher am Montagabend auf Anfrage. Zuvor hatte der zweitgrößte deutsche Stahlkocher angekündigt, sich von seinem 17-Prozent-Anteil an dem Stahlrohr-Spezialisten Vallourec zu trennen. Im ersten Quartal 2006 verbuchte Salzgitter vor allem wegen Kurssicherungsgeschäften für die Vallourec-Beteiligung einen Gewinneinbruch.

Salzgitter erhofft sich nach Aussage des Sprechers einen Buchgewinn von etwa knapp 1 Milliarde Euro aus dem Verkauf der 9,1 Mill. Vallourec-Titel. Insgesamt sei der Salzgitteranteil etwa 1,5 Mrd. Euro wert. Die im Euronext 100 notierte Aktie des nach eigenen Angaben weltgrößten Herstellers nahtloser Stahlrohre Vallourec war zuvor in Paris mit einem Minus von 2,37 Prozent auf 165,40 Euro aus dem Handel gegangen. Der im MDax notierte Salzgitter-Titel schloss mit einem Minus von 0,66 Prozent auf 62,11 Euro.

Wandelanleihe Geplant

"Wir verkaufen die Aktien nicht nur direkt, sondern auch über eine Wandelanleihe", sagte der Sprecher. "Wir wollen die Aktien kurzfristig über den Markt verkaufen." Zu der geplanten Anleihe werde Salzgitter in den nächsten Tagen Details veröffentlichen. "Vallourec ist ein hervorragendes Unternehmen mit hervorragenden Zahlen", sagte der Sprecher. Aber Salzgitter besitze mit 17,2 Prozent zwar einen großen Anteil, aber keine Mehrheit. "Wir haben immer gesagt, dass diese Beteiligung keine Sache für die Ewigkeit ist."

Ende April hatte der Stahlkocher noch bekräftigt, er wolle weiterhin an dem französischen Unternehmen beteiligt sein. Die sich daraus ergebenden industriellen und finanziellen Perspektiven erschienen besser und zuverlässiger als aktuell denkbare Alternativengagements, hieß es damals zur Begründung. Salzgitter habe im Januar zur Absicherung von Beteiligungsbuchwerten spezielle Optionsgeschäfte abgeschlossen.

"Wir haben einen 21-Prozent-Anteil an Vallourec im Jahr 2000 im Zuge der Übernahme der Mannesmannröhren-Werke für insgesamt einen Euro übernommen", sagte der Sprecher. Vergangenen Dezember habe Salzgitter seinen Anteil von 23 auf 17 Prozent abgebaut. Im Juni 2005 hatte der deutsche Stahl- und Röhrenhersteller den Verkauf seines Nahtlosrohrgeschäfts V & M Tubes (V & M) an Vallourec abgeschlossen. Im Salzgitter-Konzern sind die Gesellschaften des Unternehmensbereiches Röhren unter der Führungsgesellschaft Mannesmannröhren-Werke Gmbh zusammengefasst.

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