Industrie
Thyssen will Blohm+Voss verkaufen

Damit haben nur die Wenigsten Branchenkenner gerechnet: Thyssen-Krupp will die Hamburger Traditionswerft Blohm+ Voss verkaufen. Allem Anschein nach laufen bereits Gespräche mit Interessenten.

HB HAMBURG. Die Sondierungsgespräche mit einem ausländischen Investor stünden am Anfang und seien offen, schrieb das „Hamburger Abendblatt“ unter Berufung auf Betriebsräte von Blohm+Voss. Der Mutterkonzern Thyssen-Krupp Marine Systems lehnte am Mittwoch eine Stellungnahme ab.

Die Zeitung berichtete über eine gemeinsame Erklärung der Betriebsräte der Werft. Demnach sollen alle drei Betriebe in Hamburg zum Verkauf stehen, nämlich Schiffsreparatur, Neubau und die Zuliefertochter Blohm+Voss Industries. Betroffen seien 1 700 Beschäftigte der Werftenholding von Thyssen-Krupp.

Der Ausgang der Gespräche sei offen, hieß es aus der Geschäftsführung gegenüber den Betriebsräten laut „Abendblatt“. „Wir gehen davon aus, dass sich die Situation innerhalb der nächsten drei Wochen konkretisiert“, sagte der Betriebsratsvorsitzende Herbert Oetting dem Blatt. Die Arbeitnehmervertreter seien über den Gesprächspartner der Geschäftsführung nicht informiert. „Es handelt sich um einen Ausländer, jedoch um keinen Russen“, wurde Oetting zitiert. „Wir fordern jetzt, dass Beratungen mit den Betriebsräten und der IG Metall aufgenommen werden.“

Blohm+Voss wurde 1877 als Werft und Maschinenfabrik gegründet. Bereits 1882 stiegen die Unternehmer in das Reparaturgeschäft ein, in dem das Unternehmen bis heute aktiv ist. Blohm+Voss wirbt damit, jedes Schiff reparieren zu können. Das Dock Elbe 17 gehört bis heute zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Hamburg. Immer wieder kommen Ozeanriesen in die Hansestadt, um in der riesigen Anlage repariert zu werden.

Blohm+Voss ist seit dem Jahr 2005 in den Werftenverband Thyssen-Krupp Marine Systems integriert. Dazu gehören auch der U-Boot-Spezialist Howaldtswerke-Deutsche Werft und die Blohm+Voss Nordseewerke. Spekulationen um einen Verkauf von Blohm+Voss gab es bereits 1998.

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