Industrie- und Finanzkonglomerat
General Electric marschiert zurück in die Zukunft

Mehr Kraftwerke, weniger Kredite: Das größte amerikanische Industrie- und Finanzkonglomerat General Electric (GE) besinnt sich auf alte Stärken und traditionelle Industrien, um den Weg aus seiner schweren Krise zu finden. Probleme bereitet GE die sanierungsbedürftige Finanzsparte.

NEW YORK. Nach einem neuerlichen Umsatz- und Gewinneinbruch im dritten Quartal machte Konzernchef Jeffrey Immelt deutlich, wie sehr ihm an einer raschen Sanierung des kriselnden Immobilien- und Kreditfinanzierers GE Capital gelegen ist. Zwar will Immelt eine Abspaltung der Finanzsparte, wie sie im Zuge der Regulierungswelle in den USA gefordert wurde, unter allen Umständen verhindern. Das Gesundschrumpfen von GE Capital komme allerdings schneller voran als geplant, betonte er. Das deutliche Umsatzminus von 30 Prozent in diesem Bereich liege auch daran, dass Verschuldung und Vermögenswerte zurückgeführt würden. "Wir sehen das als etwas Positives", sagte Immelt. Insgesamt sollen die Bilanzwerte der Finanz-Tochter auf ein Volumen von 400 bis 450 Mrd. Dollar sinken. Im zweiten Quartal betrugen sie noch fast 560 Mrd. Dollar. Im Zuge der Kürzungsmaßnahmen wurde unter anderem der deutsche Banken-Arm GE Money bereits an die spanische Großbank Santander abgegeben.

GE gilt mit seinen mehr als 300 000 Mitarbeitern als wichtiges Stimmungsbarometer der US-Wirtschaft, weil kein anderes Unternehmen derart breit aufgestellt ist. Der Konzern fertigt unter anderem Kraftwerks-Turbinen und Lokomotiven, Flugzeug-Triebwerke und Waschmaschinen, Medizintechnik-Geräte und Entsalzungsanlagen. Darüber hinaus betreibt GE eine große Bank sowie die Medienfirma NBC Universal, über die es allerdings seit Wochen Trennungsgerüchte gibt. Medienberichten zufolge will GE einen Mehrheitsanteil dieser Sparte für sechs bis sieben Mrd. Dollar an den Kabelnetzbetreiber Comcast abgeben, um die eigene Kasse aufzubessern.

Vor einem halben Jahr war der Aktienkurs des erfolgsverwöhnten Traditionskonzerns auf unter sechs Dollar eingebrochen, weil Investoren fürchteten, dass sich GE mit seinem riesigen Kreditbuch existenzbedrohend verhoben haben könnte. Kein anderes Unternehmen hat im Zuge dieser Angstwelle im März 2009 mehr Börsenwert verloren als der Gigant aus dem kleinen US-Bundesstaat Connecticut.

Von Aktionären derart bestraft, besinnt sich GE jetzt wieder auf seinen traditionell starken Industriekern. So gehört der US-Konzern zu den Bietern für die zum Verkauf stehende Stromübertragungssparte des französischen Atomkonzerns Areva. Laut "Wall Street Journal" hat GE für diesen Bereich, der weltweit 31 000 Mitarbeiter beschäftigt, rund fünf Mrd. Dollar geboten, allerdings gemeinsam mit einem Partner.

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