Industrie und Versorger streiten über die Ursachen
Strompreise für Industriekunden in Deutschland steigen

Die deutsche Industrie muss sich auf weiter steigende Strompreise einstellen: In den vergangenen Wochen haben sich die Notierungen im Großhandel sprunghaft erhöht. Dies dürfte sich mittelfristig in den Verträgen der Unternehmen mit ihren Versorgern niederschlagen.

HB DÜSSELDORF. Der Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft (VIK), der die Großabnehmer vertritt, schätzt, dass Industrie- und Gewerbebetriebe für das Jahr 2006 mit Stromkosten von über zehn Mrd. Euro planen müssten – eine Mrd. Euro mehr als noch 2005. Bereits in diesem Jahr seien die Kosten um über eine Mrd. Euro geklettert.

Hintergrund der Prognose ist die Entwicklung an der Strombörse EEX in Leipzig. Dort sind in den vergangenen Wochen die Preise sowohl im tagesaktuellen Spot- als auch im Terminmarkt kräftig gestiegen. „Wir erreichen derzeit Rekordwerte“, bestätigt ein EEX-Sprecher. Der Preis für eine Megawattstunde (MWh) Strom in der Grundlast, der im Jahr 2006 geliefert werden soll, kletterte etwa seit Anfang des Jahres von 34 Euro auf knapp 40 Euro. Und mit einer Entspannung sei kaum zu rechnen, sagt Stephan Illerhaus, Analyst beim Energiehändler Statkraft. Er spricht von einer „Preisrallye, wie wir sie noch nicht gesehen haben“.

Die Großhandelspreise am Terminmarkt ziehen die Versorger üblicherweise als Referenzwerte beim Abschluss neuer Verträge mit Kunden aus Industrie und Gewerbe heran. Im Gegensatz zu Privathaushalten, bei denen die Stromkonzerne die Tarife in der Regel einmal im Jahr zu festen Terminen anpassen, handeln die meisten Unternehmen ihre Verträge individuell aus. Laufzeiten und Klauseln schwanken zwar stark, auch hängen die Preise von Entgelten für die Netznutzung sowie den staatlichen Abgaben ab – als Richtgröße gelten aber die Notierungen am Terminmarkt.

Vor allem die energieintensiven Branchen wie Stahl und Aluminium klagen seit längerem über steigende Strompreise als Kostenfaktor. Nach der Liberalisierung des Energiemarktes 1998 waren die Preise vor allem für Großkunden zunächst kräftig gesunken. Seit rund vier Jahren ziehen sie aber wieder an.

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