Industrie
Unternehmen leiden unter Rohstoffknappheit

Deutsche Einkaufschefs sorgen sich um die Grundstoffe für ihre Produktion. Eine exklusive Studie zeigt jetzt: Bei mehr als 90 Prozent der Firmen hat das Thema hohe Priorität.
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DüsseldorfRohstoffe beeinflussen aus Sicht der Unternehmen das Geschäftsergebnis heute weitaus stärker als die in- und ausländischen Konjunkturaussichten oder der Wettbewerbsdruck. Das zeigt eine Umfrage der Kölner Unternehmensberatung Inverto in Zusammenarbeit mit dem Handelsblatt und dem Brancheninformationsdienst AMI. 91 Prozent der insgesamt 184 befragten Unternehmen gaben dem Thema Rohstoffe die oberste Priorität.68 Prozent der Unternehmen geben an, dass die hohen Rohstoffpreise ihr Ergebnis negativ beeinflusst haben. Daneben erschweren heftige Preisausschläge die Kalkulation.

Dem Preisanstieg können die Unternehmen kaum entgehen. Anders sieht es bei drohenden Versorgungsengpässen aus. Jeweils rund ein Fünftel der Unternehmen versucht, durch Erhöhung der Lagerbestände oder durch Materialsubstitution Knappheit gegenzusteuern. Fast die Hälfte der Befragtensetzt auf die Erweiterung ihrer Lieferantenbasis. „Die Erschließung neuer Quellen dient primär der Versorgungssicherheit“, sagt Klaus Gentner, Rohstoffexperte der Deutschen Bank. Günstigere Preise stünden dabei nicht im Vordergrund. Vorteilhaft wäre zudem die Abfederung starker Preisschwankungen. Doch auch hier hakt es. Nur zu einem geringen Teil setzen die Unternehmen Finanzprodukte zur Absicherung der Risiken ein.

Am stärksten wird die Möglichkeit des Hedgings im Nichteisen-Bereich genutzt: 53 Prozent der Befragten gaben an, Risiken in diesem Bereich durch Finanzprodukte abzusichern. Zum Teil scheitert der Einsatz der Instrumente daran, dass es anders als bei Metallen keine liquiden Terminmärkte für den jeweiligen Rohstoff gibt. Zum anderen räumt fast ein Fünftel der Firmen ein, dass Fachwissen fehlt.
Gentner macht auch „interne Hürden“ für das unterentwickelte Hedging verantwortlich. „Viele Firmenerkennen, dass sie ihre traditionelle Vorgehensweise beim Rohstoffeinkauf verändern müssen“, sagt er. Einkauf, Finanzen, Geschäftsleitung und Vertrieb müssten besser zusammenarbeiten. Ziel sei nicht die Kostenreduktion, sondern die Erhöhung der Planbarkeit: „Mitkontinuierlicher Absicherung können Unternehmen flexibler auf kurzfristige Preisschwankungen reagieren.“

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