Industrie
Zapf hofft auf Neubeginn unter neuem Besitzer

Der angeschlagene Puppenhersteller Zapf Creation setzt große Hoffnungen auf die geplante Übernahme durch den japanischen Unterhaltungskonzern Namco-Bandai.

dpa-afx MÜNCHEN. Der angeschlagene Puppenhersteller Zapf Creation setzt große Hoffnungen auf die geplante Übernahme durch den japanischen Unterhaltungskonzern Namco-Bandai. Er hoffe, dass die geplante Übernahme durch den japanischen Unterhaltungskonzern Namco-Bandai klappe, sagte Vorstandschef Georg Kellinghusen am Mittwoch in München. "Wir hätten die Möglichkeit, wesentlich schneller zu einem Global Player zu werden." Der Puppenhersteller könne mit Unterstützung des Bandai-Konzerns vor allem in Asien und in den USA den Markt leichter erobern. Die Prognosen für das laufende Jahr bekräftigte Kellinghusen.

Die Krise des Puppenherstellers, der im vergangenen Jahr einen Rekord-Verlust von knapp 28 Mill. Euro gemacht hat, sei auch selbst verschuldet, räumte der neue Vorstandschef Kellinghusen ein. "Wir wollen nicht verhehlen, dass es Management-Fehler gegeben hat." Die Zapf Creation AG hatte nach einer Sonderprüfung frühere Geschäftszahlen korrigiert. Es gebe keine Hinweise auf Unterschlagungen, sagte Kellinghusen. Die Zahlen seien aber manipuliert worden, um das Ergebnis besser aussehen zu lassen. Daher rechne er auch mit juristischen Konsequenzen. Zapf hatte Anzeige erstattet, auch gegen deutsche Organmitglieder. Schadenersatzansprüche werden geprüft. Der frühere Vorstandschef Thomas Eichhorn war im Mai entlassen worden.

Nach den Wertberichtigungen sieht Kellinghusen Zapf aber gut vorbereitet für einen Neuanfang. "Wir haben die Weichen gestellt für eine unbelastete Zukunft." Dabei wolle sich Zapf unter anderem auf weniger, aber dafür erfolgreiche Produkte wie die berühmte Baby born- Puppe konzentrieren und den Einkauf verbessern. Ziel sei es weiterhin, in diesem Jahr operativ die Gewinnschwelle zu erreichen. Mittelfristig werde eine Umsatzrendite von zehn Prozent vor Steuern und Zinsen angestrebt. Beim Umsatz stellt sich der Konzern für 2006 weiterhin auf einen weiteren Rückgang im prozentual einstelligen Bereich ein. Im vergangenen Jahr waren die Erlöse von gut 163 auf knapp 141 Mill. Euro eingebrochen.

Bei der künftigen Wachstumsstrategie setzt der Vorstandschef vor allem auf die Japaner. Bandai bietet den Aktionären 10,50 Euro je Aktie, der Vorstand unterstützt die Offerte. "Ein starker Partner bietet finanzielle Sicherheit", sagte Kellinghusen. Das Eigenkapital der Zapf Creation AG (Rödental) sei ziemlich aufgebraucht, daher habe Handlungsbedarf bestanden./ax/D

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