Industrieausrüster
Bosch rechnet in China erneut mit hohem Wachstum

Die Angst vor einer Konjunkturschwäche in China groß. Bei Bosch nicht. Innerhalb der kommenden Jahre will der Konzern dort 15.000 neue Jobs schaffen und rechnet weiter mit sprudelnden Umsätzen in der Volksrepublik.
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StuttgartDer Autozulieferer und Industrieausrüster Bosch erwartet trotz der gedämpfteren Konjunkturaussichten für China in diesem Jahr erneut einen kräftigen Umsatzzuwachs in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt. „Wir sehen im ersten Halbjahr im China-Geschäft ein ordentliches zweistelliges Wachstum“, sagte der für die Region Asien-Pazifik zuständige Geschäftsführer Uwe Raschke am Donnerstag in Stuttgart. Diese Entwicklung werde sich auch im zweiten Halbjahr fortsetzen. Wegen der wachsenden Kaufkraft werde Bosch in China in den kommenden Jahren die Belegschaft weiter auf rund 50.000 Beschäftigte aufstocken, derzeit beschäftigt der seit gut 100 Jahren in China aktive Konzern dort knapp 35.000 Mitarbeiter. Von 2008 bis 2012 kletterten die Erlöse von Bosch in China auf 5,1 von 2,2 Milliarden Euro.

China habe eine stabilisierende Funktion für die Weltwirtschaft, sagte Raschke. Viele Arbeitsplätze hingen von der Nachfrage aus China ab. Die gegenwärtigen Probleme am Kreditmarkt bereiten dem viele Jahre in China tätigen Manager keine Kopfschmerzen. „Ich würde das keinesfalls mit der Krise in den USA im Jahr 2008 vergleichen“, sagte Raschke. China verfüge über hohe Devisenreserven und konzentriere sich bei der Kreditvergabe auf Unternehmen und die Realwirtschaft. Notwendig sei angesichts von Schattenbanken eine straffe Geldpolitik, die die sich neue Regierung in Peking offensichtlich auf die Fahnen geschrieben habe.

Bei Investoren hatten zuletzt Befürchtungen über eine Bankenkrise in China die Runde gemacht und weltweit zu Kursverlusten geführt. Zudem liegen die Europäischen Union und China über Handelsfragen im Streit – ab Freitag wollen die Chinesen Strafzölle auf Chemikalie aus der EU erheben. Die EU hat jüngst zum Ärger Chinas Solarmodule aus der Volksrepublik mit Strafzöllen belegt, China hatte mit höheren Einfuhrabgaben auf importierten Wein gekontert. Jüngste Wirtschaftsdaten nähren darüber hinaus die Furcht vor einer Konjunkturschwäche in China. Der Internationale Währungsfonds und die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung haben ihre Wachstumsprognosen für China gesenkt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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