Industrieausrüster
Schuldenkrise bringt Schuler nicht aus Takt

Der Umsatz des Metallpressenherstellers Schuler legte um 16 Prozent im dritten Quartal trotz Euro-Schuldenkrise zu. Besonders in Asien und Deutschland liefen die Geschäfte glänzend.
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StuttgartDie Euro-Schuldenkrise lässt den Metallpressenhersteller Schuler bislang kalt. Im dritten Quartal des noch bis Ende September laufenden Geschäftsjahres 2011/12 legte der Umsatz um 16 Prozent auf 297 Millionen Euro zu, wie der vor allem für die Automobilindustrie tätige Anlagenbauer am Dienstag mitteilte. Wie in den Vorquartalen liefen vor allem in Asien und Deutschland die Geschäfte glänzend, da dort neue Werkzeugmaschinen gefragt waren.

Der operative Gewinn (Ebitda) kletterte binnen Jahresfrist dank einer besseren Auslastung sogar um knapp ein Drittel auf 28,3 Millionen Euro. Die anhaltend positive Geschäftsentwicklung habe die Marktposition von Schuler weiter gestärkt, zog Vorstandschef Stefan Kleber Bilanz. Nach neun Monaten übertrifft der auf 54,6 Millionen Euro verdreifachte Vorsteuergewinn des Göppinger Unternehmens dank geringerer Finanzierungskosten bereits den Wert des gesamten vorherigen Geschäftsjahres.

Für die verbleibenden Wochen bis zum Ende dieses Geschäftsjahres ist Schuler weiter zuversichtlich gestimmt und bekräftigte die Prognose. Der Konzernumsatz werde bis Ende September auf 1,2 Milliarden Euro (Vorjahr: 958,5 Millionen Euro) steigen. Die operative Marge werde rund 9,5 Prozent des Umsatzes betragen, nach 8,8 Prozent im Vorjahr. Mit dem bis Geschäftsjahresende auf rund 1,3 Milliarden Euro steigenden Auftragseingang werde Schuler zudem wieder das Rekordniveau des Vorjahres erreichen. Ob dies auch im kommenden Geschäftsjahr 2012/13 gelinge, ließ der Vorstand angesichts weltwirtwirtschaftlicher Risiken und der konjunkturellen Eintrübung offen. Ein Gradmesser für den künftigen Geschäftserfolg werde die Ende Oktober in Hannover stattfindende Branchen-Leitmesse Euroblech sein, wo Schuler als weltgrößter Metallpressenhersteller neue Produkte zur Schau stellen werde.

Bis Ende August wird zudem Klarheit herrschen, wie viele Anteile der neue Großaktionär Andritz im Rahmen seiner Übernahmeofferte bei den Schuler-Aktionären eingesammelt hat. Mitte August hatte sich Andritz Zugriff auf 73,93 Prozent der Aktien gesichert. Mit Schuler wollen die bisher bei Wasserkraft-Turbinen und in der Papierindustrie starken Österreicher ihre bisher kleine Sparte Metallverarbeitung ausbauen. Das Management von Schuler begrüßt die Offerte und hatte angekündigt, seine Anteile an die Grazer abzutreten.

Schuler hatte lange mit der Talfahrt der Automobilbranche während der Finanzkrise 2008 gekämpft und erst nach zwei verlustreichen Jahren in der Finanzperiode 2010/11 wieder Gewinne geschrieben. Die Aktionäre hatten zuvor sechs Jahre lang auf Dividenden verzichten müssen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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