Industriefirmen im Dax verfügen über 102 Mrd. Euro liquide Mittel
Deutsche Konzerne stärken Finanzkraft

Steigende Gewinne sowie Beteiligungsverkäufe haben die Finanzkraft deutscher Großunternehmen in diesem Jahr deutlich verbessert. Allerdings fällt der Anstieg der liquiden Mittel weniger stark aus als in den Vorjahren. Zudem dürften die Zuflüsse aus dem operativen Geschäft eher stagnieren. Diesen Trend zeigt eine Handelsblatt-Analyse der zwei Dutzend Industrieunternehmen im Dax-30.

FRANKFURT/M. Sie verfügten Ende September über knapp 102 Mrd. Euro flüssige Mittel und Wertpapiere. Das sind 25 Mrd. Euro mehr als noch vor zwei Jahren. Gleichzeitig reduzierten sie die Finanzschulden leicht, so dass sich die addierte Netto-Verschuldung seit Ende 2002 um gut 30 Mrd. Euro auf 226 Mrd. Euro verminderte. Die verbesserte Finanzposition wollen zumindest einige Firmen für höhere Investitionen und Zukäufen nutzen.

Im internationalen Vergleich sind die Bilanzrelationen der Dax- Unternehmen nach wie vor unterdurchschnittlich, zumal auch noch rund 90 Mrd. Euro Pensionsverbindlichkeiten in den Büchern stehen. Die Eigenkapitalquote liegt im Schnitt bei 23 Prozent. Bei US-Firmen sind es mehr als 30 Prozent.

Allerdings haben die deutschen Konzerne die Akquisitionsphase der Jahre 2000 bis 2002 inzwischen weitgehend verdaut. Eine starke Verbesserung ihrer Finanzposition verbuchte vor allem die Deutsche Telekom, die in den vergangenen drei Jahren mehr als 20 Mrd. Euro Schulden tilgte. Zu dieser Gruppe gehört auch Thyssen, Eon, Tui und Siemens, das Unternehmen mit der größten Netto-Cash-Position.

Hinter der Verbesserung der Bilanzen steht eine Kombination aus steigendem Cash-flow, rückläufigen Investitionen und Zurückhaltung bei Zukäufen. In den ersten neun Monaten 2004 verbuchten die Firmen erstmals wieder einen positiven Saldo beim "Portfolio-Umbau". Das heißt es wurden sechs Milliarden Euro mehr durch Teilverkäufe eingenommen als man für Akquisitionen ausgegeben hat.

Durch einen gegenläufigen Trend zeichnen sich in erster Linie die Automobilkonzerne aus, die ihr Finanzdienstleistungs-Geschäft weiter kräftig ausbauen. Daimler und VW sind daher inzwischen die größten Netto-Schuldner unter den deutschen Industrieunternehmen. Insgesamt fallen rund 60 Prozent der gesamten Netto-Verschuldung der Dax-Firmen auf das Finanzierungsgeschäft der drei Autohersteller Daimler, BMW und VW. Rechnet man diesen Effekt heraus, sehen auch die durchschnittlichen Kennziffern deutlich günstiger aus.

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