Industriegase
Air Liquide übertrifft Erwartungen

Gute Nachrichten für einen Linde-Konkurrent: Der französische Konzern Air Liquide vermeldet eine kräftige Umsatzsteigerung - auch für die Zukunft wird mit positiven Nachrichten gerechnet.
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Paris

Die kräftige Nachfrage aus den Schwellenländern Asiens treibt die Geschäfte des französischen Industriegase-Spezialisten Air Liquide SA zum Jahresstart an. Der weltgrößte Gaseproduzent und Konkurrent des Münchener Linde-Konzerns steigerte im ersten Quartal seinen Umsatz unerwartet kräftig um 8,8 Prozent auf 3,54 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Dienstag in Paris mitteilte. "In diesem Umfeld ist Air Liquide zuversichtlich, was die Fähigkeiten betrifft, 2011 weiterhin ein stetiges Wachstum des Nettogewinns zu erzielen", gab sich Konzernchef Benoit Potier optimistisch. Analysten hatten für den Zeitraum Januar bis März mit einem etwas geringeren Umsatz von 3,50 Milliarden gerechnet.

Das zweite Halbjahr werde, was die Profitabilität betrifft, voraussichtlich noch stärker ausfallen als das erste, erklärte die Konzernführung. Air Liquide bekräftigte zudem das Ziel, bis 2015 im Schnitt jedes Jahr ein Umsatzplus von acht bis zehn Prozent zu erzielen. An der Börse konnte Air Liquide gleichwohl nicht groß punkten. Die Air-Liquide Aktie legte nur 0,2 Prozent auf 98,10 Euro zu.

In den asiatischen Schwellenländern wird augenblicklich stark in die industrielle Infrastruktur investiert. Davon profitiert der Konzern, der die Stahl- und die Chemiebranche mit Stickstoff, Sauerstoff und Wasserstoff versorgt. Darüber hinaus stellen die Franzosen eine Vielzahl von Spezialgasen für die Solarbranche, die Elektronikindustrie und für Raffinerien her.

Auf vergleichbarer Basis kletterten die Umsätze in den Schwellenländern im ersten Quartal um 30 Prozent während sie in den Industrieländern nur um acht Prozent wuchsen.

In der Gas- und Servicesparte, auf den der Löwenanteil des Geschäfts entfällt, erzielte der Konzern einen Rekordumsatz von 3,19 Milliarden Euro - ein Plus von 11,4 Prozent. Air Liquide baute zuletzt seine Produktionskapazitäten in China, Singapur und in Südkorea kräftig aus. Die Spartenumsätze in der gesamten Region Asien schossen im ersten Quartal um 36 Prozent nach oben.

Dagegen fielen in Europa und Amerika die Umsatzsteigerungen in dem Bereich mit jeweils rund zehn Prozent deutlich geringer aus.

Von den Unruhen im Nahen Osten und Nordafrika sowie von der Erdbeben-Katastrophe in Japan sieht sich der Konzern kaum betroffen. Der Einfluss dieser Ereignisse sei sehr begrenzt, erklärte das Management.

In den USA sollte am Mittwoch US-Konkurrent Praxair seinen Bericht zum ersten Quartal veröffentlichen. Der Quartalsbericht von Linde wird am 4. Mai erwartet.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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