Industrie

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Industriegasekonzern: Linde ist mit Offerte für Lincare erfolgreich

Mit der Übernahme des US-Sauerstoffgeräte-Herstellers Lincare ist der Industriegasekonzern Linde fast am Ziel. Knapp 84 Prozent der Lincare-Aktien sind nach der Übernahmeofferte angedient worden.

Gasflaschen der Firma Linde. Quelle: ap
Gasflaschen der Firma Linde. Quelle: ap

Frankfurt/MünchenDer Industriegasekonzern Linde ist mit seinem milliardenschweren Vorstoß zur Übernahme des US-Sauerstoffgeräte-Herstellers Lincare fast am Ziel. Nach Ablauf der Übernahmeofferte seien Linde insgesamt knapp 84 Prozent der Lincare-Aktien angedient worden, teilte das Münchner Unternehmen am Mittwoch mit. Linde will Lincare für umgerechnet rund 3,6 Milliarden Euro schlucken. Mit dem Zukauf wird Linde weltweit führend im Geschäft mit Medizingasen und der Gase-Versorgung von Atemwegspatienten und verdrängt den bisherigen Platzhirsch Air Liquide aus Frankreich auf den zweiten Platz.

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Zusätzlich zu den knapp 84 Prozent könnte Linde noch einmal bis zu gut zehn Prozent der Aktien über Andienungsgarantien erhalten. Kommen alle Aktionäre dem nach, käme der Konzern auf mehr als 94 Prozent der Lincare-Anteile. Linde hatte den Lincare-Aktionären 41,50 Dollar je Aktie geboten. Die US-Wettbewerbshüter hatten die milliardenschwere Übernahme bereits im Juli durchgewinkt. Gemessen am letzten Kurs der Lincare-Aktie zahlt Linde einen Aufschlag von immerhin 64 Prozent für das Unternehmen aus Clearwater in Florida.

Damit legt Linde für den Ausbau seines Gesundheitsgeschäfts 4,6 Milliarden Dollar auf den Tisch, derzeit rund 3,7 Milliarden Euro. Der Konzern verdoppelt mit der Übernahme seinen Umsatz in der Healthcare-Sparte auf 2,8 Milliarden Euro und zieht im Geschäft mit medizinischen Gasen am Erzrivalen Air Liquide vorbei. Die Franzosen sollen ebenfalls Interesse an Lincare gehabt haben. Lincare ist auf die Behandlung von Patienten mit Atemwegserkrankungen zuhause spezialisiert. Linde ist im Bereich Homecare in den USA bisher nur als Zulieferer präsent.

Chemiebranche

Der Kauf ist eine freundliche Übernahme. Lincare selbst empfahl den Weg unter das Dach der Münchner. Die Amerikaner kehren damit zu ihren Wurzeln zurück: Lincare ging Anfang des 20. Jahrhunderts aus dem US-Geschäft von Linde hervor. Die Übernahme durch Linde soll nun zügig vollzogen werden. „Wir rechnen damit zeitnah im dritten Quartal“, sagte ein Sprecher.

Linde hatte das Milliardengeschäft erst Anfang Juli angekündigt. Die künftige Tochter Lincare machte 2011 einen Umsatz von umgerechnet rund 1,5 Milliarden Euro und beschäftigt etwa 11.000 Mitarbeiter. Linde - vor allem im klassischen Geschäft mit Industriegasen und dem Erdöl- und Gasgeschäft stark - setzt große Hoffnungen auf das Medizingeschäft. Ein Grund: Gerade in den Industrienationen werden die Menschen immer älter, chronische Erkrankungen nehmen zu, Pflege und Medizin werden wichtiger.

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