Industriegasespezialist
Linde brilliert dank BOC-Übernahme

Der Industriegase- und Anlagenbaukonzern Linde hat im ersten Halbjahr dank der Übernahme des britischen Gaseunternehmens BOC Umsatz und operativen Gewinn deutlich gesteigert. Doch die Transaktion schlägt nicht nur positiv zu Buche: Nach dem Kauf des Rivalen schiebt Linde einen beträchtlichen Schuldenberg vor sich her – der bis zum Jahresende noch weiter wachsen soll.

HB FRANKFURT. „Unsere dynamische Geschäftsentwicklung hat sich weiter verfestigt“, erklärte Konzernchef Wolfgang Reitzle am Montag zur Vorlage des Zwischenberichts. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) nahm vor Sondereinflüssen um 14,7 Prozent auf 1,158 Mrd. Euro zu. Analysten hatten im Schnitt für einen etwas geringeren operativen Gewinn von 1,125 Mrd. Euro erwartet. Linde setzte im Sechsmonatszeitraum 5,888 Mrd. Euro um, ein Plus von 12,7 Prozent binnen Jahresfrist. Unter dem Strich blieb ein Überschuss von 614 Mill. Euro nach 273 Mill. Euro vor Jahresfrist.

Für das Gesamtjahr stellte der Konzern, der nach der rund zwölf Mrd. Euro teuren BOC-Übernahme mit der französischen Air Liquide um den Spitzenplatz in der Industriegasebranche konkurriert, wie bisher einen Anstieg von Umsatz und Ergebnis in Aussicht. Auch an seinen mittelfristigen Zielen hielt das Management fest. So will Linde im Jahr 2010 einen operativen Gewinn von mehr als drei Mrd. Euro erwirtschaften. Dazu sollen auch Synergieeffekte aus dem Zusammenschluss mit BOC beitragen. Von 2009 an sollen erstmals erwartete Einsparungen in Höhe von 250 Mill. Euro jährlich vollständig realisiert werden, bekräftigte das Management.

Im Gasegeschäft kam Linde im Halbjahr auf einen Umsatz von 4,553 Mrd. Euro - ein Zuwachs von 8,1 Prozent. Das Spartenergebnis nahm um um 10,6 Prozent auf 1,125 Mrd. Euro. Im kleineren Anlagenbaugeschäft setzte Linde 1,134 Mrd. Euro um, ein Plus von 43,2 Prozent. Der Auftragseingang nahm um 22 Prozent auf 1,499 Mrd. Euro zu. Der Anlagenbau kam im Halbjahr auf einen operativen Gewinn von 98 Mill. Euro - ein Plus von 44,1 Prozent.

Wegen der BOC-Übernahme trägt Linde noch erhebliche Nettofinanzschulden vor sich her. Im Halbjahr lagen sie bei 6,977 Mrd. Euro nach 9,933 Mrd. Euro zum Jahresende 2006. Wegen Zukäufen und Investitionen erwartet das Management zum Ende dieses Jahres eine Zunahme des Schuldenberges.

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